Die Düsseldorfer Mannesmann AG ist der erste Montankonzern, der die herkömmlidien Disziplinen des Ruhr-Managements gesprengt und einen Chemiker in den Vorstand geholt hat. Zwar betonte der Mannesmann-Chef Dr. Egon Overbeck in der Pressekonferenz, daß der traditionsreiche Ruhrkonzern mit seinem Engagement bei der Ruhrchemie AG, bei der Süd-West-Chemie GmbH und mit der Mannesmann-Plastic GmbH schon lange chemische Interessen habe, ließ aber gleichzeitig durchblicken, daß es gerade in diesem Bereich Entwicklungsmöglichkeiten gebe, die der besonderen Aufmerksamkeit der Konzernspitze unterliegen.

Im vergangenen Geschäftsjahr zeigt der auf Kohle, Stahl und Verarbeitung ausgerichtete Weltkonzern das schon üblich gewordene, wenig attraktive Gesicht. Zwar ist der Umsatz nochmals leicht gestiegen, aber der Gewinn blieb erheblich zurück. Die Beteuerung, daß die auf 7 Prozent gesenkte Dividende „echt“ verdient wurde, ist für die 100 000 Aktionäre kaum ein Trost; denn daß der erwirtschaftete Überschuß von 45,6 (Vorjahr 69,3) Millionen Mark nur wenig über 1 Prozent des auf 4,285 Milliarden Mark gestiegenen Kundenumsatzes hinausgeht, ist ein recht bescheidenes Ergebnis.

Die unerfreuliche Entwicklung hat im laufenden Geschäftsjahr auch zunächst noch angehalten. Um 5,6 Prozent ist der Konzernumsatz gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum zurückgegangen. „Weder bei der Kohle, noch beim Stahl, noch in der Verarbeitung“ gebe es bei Mannesmann auch nur den geringsten Spielraum für weitere Lohnerhöhungen. nmn