Der Innensenator Ruhnau hat am 7. Juni 1967 der Presse gegenüber erklärt, ihm sei von Übergriffen der Polizei nichts bekannt.

Diese Erklärung von Herrn Senator Ruhnau läßt nur zwei Ausdeutungen zu. Entweder ist die Erklärung bewußt unwahr, oder aber Herr Senator Ruhnau hat tatsächlich keine Kenntnis von Übergriffen der Polizei erhalten.

Der AStA der Universität Hamburg faßt auf Grund der bisher vorliegenden Zeugenaussagen die Vorwürfe gegen die Polizei wie folgt zusammen:

Die Polizei ging wiederholt ohne vorherige Warnung gegen das Publikum vor. Es wurde sofort von Knüppeln und Fäusten Gebrauch gemacht. Ebenso erfolgte der Einsatz berittener Polizei ohne Warnung, berittene Polizisten ritten blindlings in die Menge hinein.

In Hamburg ist in einer Situation, Inder lediglich heftige Worte gewechselt wurden, in der keinerlei Gefahr für Leib oder Leben eines Polizeibeamten bestand, das Publikum mit einer Schußwaffe bedroht worden. An anderer Stelle wurde von Beamten geäußert: „Das nächste Mal machen wir es wie in Berlin!“ „Diese Schweine sollte man umbringen!“ usw.

Es kann keine Rede davon sein, daß die Polizei in „Notwehr“ gehandelt hätte. Die Polizei übte brutale Gewalt gegen Personen, die nicht auf die Polizei eindrangen oder sich ihr entgegenstellten, sondern im Gegenteil zu fliehen suchten oder zu Fall gekommen waren.

Immer wieder wurden Beamte in Zivil, die Waffen bei sich trugen und sich z. T. unter das Publikum gemischt hatten, auf rohe Weise gewalttätig. Bloßes Pfeifen genügte ihnen als Anlaß, um zuzuschlagen. In allen Fällen weigerten sich die uniformierten Beamten, die Personalien der Schläger aufzunehmen. Häufig wurde statt dessen der Geschlagene, verhaftet.