Nur mit Mühe kann Großbritannien in Saudiarabien seine Rolle als Ordnungsmacht behaupten.

Dreizehn Tage lang zögerte der Hochkommissar in Aden, Sir Humphrey Trevelyan, ehe er grünes Licht für die „Operation Stirling Castle“ gab: Unter dem Schutz der Dunkelheit eroberten britische Truppen den Stadtteil Krater zurück. Dort hatten arabische Nationalisten nach einer Meuterei südarabischer Truppen Ende Mai eine unabhängige Republik ausgerufen.

Die Briten, die erst noch Verstärkungen aus England heranholen mußten, hatten sich zunächst mit der Belagerung des Rebellenviertels begnügt. Anhänger der Terrororganisation FLOSY (Front for the Liberation of the South Yemen) und der NLF (National Liberation Front) kontrollierten das kommerzielle Herzstück der Hafenstadt und zugleich ein Drittel der Bevölkerung Adens. Als einziger Engländer durfte sich der britische Polizeikommissar Peter Owen in den belagerten Stadtteil wagen Mit einem bewaffneten Konvoi holte er 44 Millionen Mark aus den Gewölbe einer Bank – die Gehälter für Beamte und Soldaten der von London gestützten Südarabischen Föderation.

In Krater brachen alsbald die alte Rivalitäten zwischen NLF und FLOS wieder auf. Adens Bürgermeister Fau Mahfud Khalifa und zwölf andere FLC SY-Anhänger wurden entführt, einige von ihnen ermordet. Unter den 5000 britischen Soldaten – noch immer Gewehr bei Fuß – machte sich Unmut breit bis London endlich den Angriff befahl.