Seltsame Methoden hemdsärmeliger Interessenvertretung hat Edmund Rehwinkel nach seiner jüngsten Unterredung mit Hermann Höcherl angewandt. Über das Gespräch unter vier Augen zwischen dem Verbandspräsidenten und dem „zuständigen“ Minister war strenges Stillschweigen vereinbart worden. Dennoch unterrichtete der Bauernverband noch am gleichen Tage die Öffentlichkeit.

Mehr verärgert als über diese „Flucht in die Öffentlichkeit“ zeigte sich Höcherl jedoch darüber, daß Rehwinkel die Öffentlichkeit falsch unterrichtete – jedenfalls sagt dies das Ernährungsministerium: Im Gegensatz zu der Behauptung des Verbandes habe Höcherl nicht zugesagt, daß die EWG-Ausgleichszahlungen für die Getreidepreissenkung – im ersten Jahr 560 Millionen Mark – nach der Gießkannenmethode verteilt würden.

Mit diesen 560 Millionen Mark könnte in der Tat ein Fonds zur Umstrukturierung unserer Landwirtschaft gespeist werden. Rehwinkel möchte die Mittel jedoch lieber als „warmen Landregen“ verkleckern. Er hält die Schwierigkeiten auf dem Lande ja auch nicht für eine Folge der technischen Revolution in der Agrarproduktion; nach seiner Diktion ist die Landwirtschaft vielmehr „durch die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung in eine schwierige Lage geraten“. Das ließ er durch seinen Informationsdienst vor kurzem wieder einmal verkünden. Wer’s glaubt, ist selber schuld. ks.