Wirtschaft

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DIE ZEIT

Teufelsritt

Auf dem Programm des Berliner Landgerichts steht in dieser Woche eine Posse voll hintergründiger Komik. Verhandelt wird gegen den Studenten Fritz Teufel und seinen Kommilitonen Rainer Langhans.

Silberstreif am Horizont?

Auf den ersten Blick sieht es nicht so aus. In den Redeschlachten der UN-Vollversammlung führte bis zuletzt die Unversöhnlichkeit das große Wort; in den letzten Tagen sprachen zwischen El Kantara und Port Fuad aufs neue die Geschütze; und die Eingliederung Alt-Jerusalems hat deutlich werden lassen, daß der Sieger des Sechstagekrieges vor allen Verhandlungen bestimmte unumstößliche Tatsachen schaffen will.

Abschied von Schilda

Endlich eine verheißungsvolle Nachricht zur Personalpolitik des Auswärtigen Amts: Georg Federer, Botschafter in Brüssel, soll Personalchef des Brandtschen Ministeriums werden.

Blutrichter

Über zwei Jahrzehnte mußten ins Land gehen, bis ein Blutrichter seine Richter fand. Kammergerichtsrat a. D. Hans-Joachim Rehse, während des Krieges Beisitzer im Ersten Senat des Volksgerichtshofes, wurde jetzt vom Moabiter Schwurgericht für schuldig befunden, in sieben Fällen Beihilfe zum Mord und zum versuchten Mord geleistet zu haben.

Die Woche der halben Wahrheit

Es erscheint höchst ungewiß, ob uns die Tage bis zum 8. Juli die versprochene „Woche der Wahrheit“ bringen werden. Auch im günstigsten Fall, auch wenn das Kabinett eine überzeugende Finanzplanung für die Zeit von 1968 bis 1971 festlegt und dafür die grundsätzliche Zustimmung der beiden Fraktionen erzielt, werden nicht alle Sünden der Vergangenheit ausgelöscht sein.

ZEITSPIEGEL

„Solange ihr mich zu eurem Vorsitzenden wählt, werde ich mit aller Leidenschaft dafür kämpfen, daß unsere SPD keine ‚Allerweltspartei‘ wird, sondern der große Anwalt des kleinen Mannes, der Anwalt der breiten Masse dieses Volkes bleibt.

Sozialapostel auf Sizilien

Der Angeklagte war bei der Urteilsverkündung nicht anwesend. Er boykottierte das Gericht, weil es einige Zeugen der Verteidigung nicht zugelassen hatte.

Berlin ist nicht Jerusalem

Ich bitte nun alleruntertänigst, die Diplomatiker anzuweisen, daß sie nicht wieder das verlieren, was der Soldat mit seinem Blute errungen hat", schrieb der alte Blücher, der berühmte "Marschall Vorwärts", an den preußischen König, nachdem er Napoleon zum zweitenmal besiegt hatte.

Tolle Kiste

Ob die jungen Südkoreaner in Kisten verpackt in ihr Heimatland geschickt wurden, wie manche in Bonn vermuten, oder ob sie auf andere Weise heimlich abtransportiert wurden, ist ungewiß.

Lückes Notstands-Lücken

Einen großen Tag hatte das Parlament nicht, als es den neuen Regierungsentwurf für eine Notstandsverfassung diskutierte. Ein Thema, das seit Jahren die Öffentlichkeit erregt, wurde in wenigen Stunden abgehandelt.

Eine Alternative zu Castro

Das chilenische Parlament hat am 28. Juni nach endlosen Debatten und Diskussionen das Gesetz über die Landreform verabschiedet.

Rechtsstaat zu Lasten Dritter

Viele Monate nach seinem Erscheinen erregte ein wissenschaftlicher Aufsatz plötzlich die Gemüter von Politikern und Journalisten.

De Gaulles Sprung ins Abenteuer

General de Gaulle war im Juni 1966 in Moskau, Kossygin im Dezember in Paris, Podgorny und Breschnew werden noch vor Ende dieses Jahres an der Seine erwartet; zur Zeit halten sich Premierminister Pompidou und Außenminister Couve de Murville in der Sowjetunion auf.

Zwischen Deutschland und Amerika

Mit Erschütterung haben Freunde und Kollegen – mit ihnen ein weiterer Kreis historisch und politisch Interessierter – von dem durch ein schweres Verkehrsunglück verursachten plötzlichen Hinscheiden Klaus Epsteins gehört – eines jungen Gelehrten und Hochschullehrers, den seine Gaben, sein kritisch unterscheidender, aber immer um fördernde Ausgewogenheit bemühter Sinn und die Besonderheit des Lebensweges zu Leistungen befähigt haben, die wissenschaftlich und – in einem bestimmten Sinne – auch politisch ungewöhnlich fruchtbar schon gewesen sind und es auch in Zukunft zu sein versprachen.

Wolf gang Ebert:: Brief an meinen Studenten

Ich bin erst durch gewisse Ermahnungen der Herren Ritzel (SPD) und von der Heydte (CSU), besonders aber durch des Kanzlers Bemerkung, Sie sollten dafür dankbar sein, daß Sie überhaupt studieren dürfen, darauf gekommen, daß ich, als Steuerzahler, Ihr Eigenbzw.

Passables Parteiengesetz

Das vielgescholtene Urteil des Verfassungsgerichts über die Parteienfinanzierung hat am Ende sein Gutes gehabt: Um die von den Richtern verstopften staatlichen Geldquellen wieder zum Fließen zu bringen, mußte der Bundestag seinen Verfassungsauftrag erfüllen und das Parteiengesetz verabschieden, in dem die innere Ordnung der Parteien und deren Finanzierung geregelt wird.

Kopfgeld für Abgeordnete

Düsseldorfer Etatsünder – Geht der Parlamentarismus an den Parlamenten zugrunde?

Enttäuschung über Paris

Ist die neue Blüte der deutsch-französischen Freundschaft, die Bundeskanzler Kiesinger mit besonderer Sorgfalt gepflegt hat, schon wieder welk geworden? Vor dem CSU-Parteitag in München sagte der Kanzler, er hoffe, daß in einer offenen Aussprache mit General de Gaulle "viel geklärt werden kann, was getrübt ist".

Kubanische Mission

Doch die Kubaner sahen keinen Anlaß, Kossygins Besuch zu feiern. Denn der Kremlführer war gekommen, um Fidel Castro vor Abenteuern zu warnen.

Namen der Woche

Dr. Kurt Birrenbach, Bundestagsabgeordneter der CDU und Ex-Manager in der Stahlindustrie, feierte seinen sechzigsten Geburtstag.

Von ZEIT zu ZEIT

Unter Bruch der Waffenstillstandsverein- barungen und unter wechselseitigen Beschuldigungen kam es am Suezkanal zu bewaffneten Zusammenstößen zwischen israelischen und ägyptischen Einheiten.

Ein Kampf um Aden

Dreizehn Tage lang zögerte der Hochkommissar in Aden, Sir Humphrey Trevelyan, ehe er grünes Licht für die „Operation Stirling Castle“ gab: Unter dem Schutz der Dunkelheit eroberten britische Truppen den Stadtteil Krater zurück.

Terror in Südtirol

Die Minenexplosionen an der österreichisch-italienischen Grenze im Sextental, bei der vier italienische Soldaten getötet wurden, erschütterten die politischen Beziehungen zwischen Wien und Rom: Die italienische Regierung ist entschlossen, die Assoziierung Österreichs an Montanunion und EWG zu blockieren.

Tschombés vorletzte Reise?

Über dem Mittelmeer, auf halbem Wege zwischen den Sonneninseln Ibiza und Mallorca, funkte der Pilot einen Notruf: „Ich werde gezwungen, von meinem Kurs abzuweichen.

Heißer Sommer in Bonn

Der Bundestag mußte sich diesmal seine Sommerferien sauer verdienen. In der letzten Sitzungswoche hatte er ein gedrängtes Programm, Er verabschiedete unter anderem das Parteiengesetz und beriet in erster Lesung die Notstandsverfassung sowie den Entwurf eines Gesetzes zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses, bekannter unter dem Namen „Abhörgesetz“.

Wie gut ist Chagall?

In einem Vortrag, den er im Jahre 1946 in Chikago hielt, versicherte Marc Chagall nachdrücklich, daß in seinen Bildern keine Geschichten, keine Märchen, keine Legenden enthalten seien.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Ich hatte diesen Zyklus von sechs Orchesterliedern, den Mahler (1860–1911) „eine Symphonie für Tenor, Alt (oder Bariton) und Orchester“ genannt hat, zweimal gehört, neugierig und mit einer gewissen Anteilnahme.

Kunstkalender

"Vom Bauhaus zur Gegenwart" (Hamburg, Kunstverein, und Frankfurter Kunstverein): Die zweite Folge der "Meisterwerke aus deutschem Privatbesitz" ist nicht ganz so geglückt wie die erste, die im letzten Sommer ("Vom Impressionismus zum Bauhaus") zu sehen war.

Konzerte in der Klosterscheune

Die Dame im Pariser Büro einer großen Schallplattengesellschaft bedauerte: ausgeschlossen, unmöglich; Swjatoslaw Richter, cet komme célèbre, in Tours, in der Provinz, nein, da sei Monsieur doch wohl falsch informiert.

Palitzsch laboriert an Brecht

Beinahe hätte Brechts „Schweyk“ seine deutsche Erstaufführung bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen erlebt, 1958, zwei Jahre nach der Uraufführung des Stücks in Warschau.

Lehrermangel und Gelassenheit

Es bleibt dabei: Die Bundesrepublik hat nun auch offiziell zu wenig Lehrer. Eine umfängliche Veröffentlichung der Kultusministerkonferenz zur Entwicklung der Schülerzahlen und des Lehrerbedarfs sagt es – zwar nicht immer schwarz auf weiß, aber zwischen den Zeilen und Zahlen und fast immer deutlich genug.

ZEITMOSAIK

Die Münchner Abendzeitung hat ihre Leser aufgefordert, zu einer Aussage des amerikanischen Psychoanalytikers Erich Fromm Stellung zu nehmen, der in der Illustrierten Look über die deutsche Jugend schrieb, sie sei „völlig bindungslos, amoralisch und ohne Glauben; ungeführt und bar jeglicher Motive ist sie den Verlockungen der Hysterie und der Absurdität ausgesetzt.

Kann eine Oper die Welt verändern?

Als am vergangenen Sonntag die Klagelaute, in die das Dixieland-Finale der Schuller-Oper „The Visitation ausklingt, untergingen in wildem Klatschen und Bravo-Rufen, stand es fest: Die bisher anspruchsvollste, umfangreichste und kostspieligste Nordamerika-Tournee eines deutschen Opern-Ensembles war ein Riesenerfolg geworden.

Gegendarstellung

Der in der ZEIT Nummer 23 vom 9. Juni 1967, Seite 17/18, abgedruckte Artikel „Wolf Biermann wird nicht vergessen“ von Dieter E.

Der vielstimmige Chor vom Umsturz

Die Revolution kauerte auf aufgeblasenen Luftmatratzen, geschwächt, aber sprungbereit. Das erste hunger-in der jungen radikalen Linken Berlins ließ das Establishment in seinen Grundfesten leise zittern.

Patriot der ersten Stunde

Wie sehr der schlechte Zustand einer Gesellschaft den Zustand der -Wissenschaften in Mitleidenschaft ziehen kann, die ihn zu beschreiben versuchen, zeigt sich immer wieder am Beispiel der deutschen Geschichts- und Literaturgeschichtsschreibung im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert.

ZU EMPFEHLEN

FÜR Interessenten und Liebhaber des modernen Theaters und solche, die an Hand eines seiner wichtigsten Dramatiker den Umbruch der traditionellen Dramaturgie in eine neue Ästhetik begreifen wollen; darüber hinaus aber auch für spezielle Kenner Luigi Pirandellos – Renate Matthaei: „Pirandello“; Friedrichs Dramatiker der Weltliteratur; Friedrich Verlag, Velber; 136 S.

Unser Seller-Teller Juni 1967

Zwei Bücher geben ihr Debüt: der neue „Mehnert“, wie nicht anders zu erwarten, denn „Mehnert“ ist auf dem Büchermarkt weniger ein Autorenname als ein Markenzeichen, wie „Bamm“ oder meinetwegen „Fernau“; und Bram Stokers „Dracula“, was allerdings überraschend kommt.

Abenteuer im Aufzug

Im Leben eines einzelnen Menschen geschieht ja nur selten etwas Spannendes..................................................

Verse vom Groß-Sangesmeister

Da schlage ich die ZEIT vom 2. Juni 1967 auf und lese in Klaus Budzinskis Bericht „Liedermacher unter sich – Das Folklore-Festival auf Burg Waldeck“, der „unbestrittene Groß-Sangesmeister der Waldeck“, Franz Josef Degenhardt, habe „sein Niveau gehalten und seine Aussage präzisiert“; er gebe eine „literarisch differenzierte Zeitanalyse“ mit „auch musikalisch raffinierteren Mitteln“.

FILMTIPS

„Masculin – féminin“, von Jean-Luc Godard. „Ich kann eine ganze Revolution ausführen.“ „Was ist das: eine ganze Revolution?“ „Man gibt uns das Rohmaterial und den Entwurf.

Literatur: Snobs, Fachleute und brave Themen

Am 28. Juni ist zum 12. Male der Deutsche Jugendbuchpreis verliehen worden. Den Preis für das beste Bilderbuch erhielt Lilo Fromm: „Der goldene Vogel“ (Verlag Ellermann, München); für das beste Kinderbuch Andrew Salkey: „Achtung Sturmwarnung“ (K.

Film: Zeit, von neuen Filmen zu träumen

Es hat keinen Sinn, sich ein besseres Filmfestival in Berlin zu wünschen als die Berlinale. Denn die sie veranstalten, geben sich Mühe, mehr kann man nicht verlangen.

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