Im laufenden Geschäftsjahr rechnet der Vorstand der Daimler-Benz AG, Stuttgart, damit, daß sich der Umsatz auf dem recht hohen 1966er Niveau halten, das Ergebnis sich aber wegen der Kostensteigerungen verschlechtern wird. Die immer noch gute Absatzentwicklung auf dem Pkw-Sektor kann die Mindereinnahmen des Lkw-Bereichs, wo seit Jahresbeginn die Produktion „gestreckt“ werden muß, nicht ausgleichen.

Im Gegensatz zum Volkswagenwerk steigert Daimler auch jetzt noch seine Pkw-Produktion. Die Lieferfristen betragen gegenwärtig etwa 1 bis 3 Monate, so heißt es in Stuttgart. „In dringenden Fällen sind wir aber in der Lage, schneller helfen zu können.“ Mit anderen Worten: Daimler profitiert heute von seinem soliden Auftragsbestand (der nun natürlich schrumpft), das Unternehmen nimmt aber jetzt auch die Chance wahr, Autokäufer, die bisher durch die langen Lieferfristen abgeschreckt wurden, zu gewinnen.

Wenn nicht außergewöhnliche Umstände eintreten, wird Daimler die Konjunkturflaute auf dem Automarkt ganz gut überstehen. Es zahlt sich das breite Produktionsprogramm ebenso aus wie die weltumspannende, aber keineswegs forciert betriebene Exportpolitik. Diese Risikostreuung muß zwangsläufig den Gewinn je Aktie sowohl nach der negativen als auch nach der positiven Seite her beeinflussen. Während das Volkswagenwerk für 1966 (auf das alte Aktienkapital bezogen) einen Gewinn je Aktie von 64 Mark aufzuweisen hatte, stieg er bei Daimler von 44 auf knapp 50 Mark.

Vorstandssprecher Dr. Joachim Zahn weigerte sich auch in diesem Jahr wieder, von sich aus einen Gewinn je Aktie zu nennen, weil vorerst noch unterschiedliche Methoden zu seiner Berechnung angewandt werden. Ein Standpunkt, den man bedauern kann, aber der Respekt verdient, weil sich hinter ihm keine Publizitätsscheu, sondern Verantwortungsbewußtsein verbirgt. K. W.