K. H., Berlin

Ungemütlich warm wurde es am Freitag vergangener Woche im Berliner Redaktionsbüro von „stern“ und „ZEIT“. Vor der Eingangstür züngelten Flammen bis zur Decke. Der Geruch verbrannten Linoleums mischte sich mit Benzindunst. Den Senatsangestellten im darüberliegenden Stockwerk wurde der Boden unter den Füßen heiß.

„Bild“ war vor der Feuerwehr dabei. Die Eingeschlossenen befreiten sich mit eigenem Wasser. Berlins politische Pyromanen beweisen einmal mehr Menschlichkeit. Sie legten das Feuer so, daß es nur rechtzeitig entdeckt werden mußte, um nichts als Schrecken und Sachschaden zurückzulassen.

Berlins politische Polizisten zeigten sich nicht nachtragend. Ihre Konterfeis auf den Redaktionsschreibtischen – vor dem Hintergrund mißhandelter Studenten – konnten sie in der Funktion als Freunde und Helfer nicht beirren. Noch freilich fehlt jede Spur des Feuermachers. Linksradikal, rechtsextremistisch oder irre muß der Täter sein, vermutet die Polizei. Die Berliner „ZEIT“-Redaktion erhielt indes den anonymen Gruß einer „Ostdeutschen Widerstandsgruppe“. Ähnliche Schreiben hatten andere Berliner Feuer-Opfer auch erhalten.