Deutschlands größter Automobilklub, der ADAC, hat in Zusammenarbeit mit der Zentralarbeitsgemeinschaft des Straßenverkehrsgewerbes (ZAV) eine Reihe von Good Will Empfehlungen ausgearbeitet, die in den nächsten Wochen allen Pkw Reisenden ins Gedächtnis gehämmert werden sollen. In der vergangenen Woche zeigte sich der Autofahrerklub entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten einmal als verlängerter Arm des Bundesverkehrsministeriums. Prinz von Hessen als Repräsentant des ADAC und Staatssekretär Wittrock als Vertreter von Bundesverkehrsminister Leber griffen in der Jahrhunderthalle in Höchst zum gleichen Florett, um wortgewandt die Dimensionen des Chaos zu beschwören. Gemeinsam mit Generalsekretär Krüger vom ZAV wagten sie die Flucht in die Öffentlichkeit, damit die urlaubsfreudigen Deutschen, sowie die Nord- und Nordwesteuropäer rechtzeitig vom erwarteten Verkehrsdilemma gewarnt werden können. Wittrock appellierte an Einsicht und Vernunft: Man solle die Hauptreisetage meiden, nachts fahren, zu verkehrsstarken Zeiten rechtzeitig die Autobahn verlassen. Sein Ministerium läßt die Baustellen dort räumen, wo kein vierspuriger Verkehr aufrechterhalten werden kann. Nur Rücksichtnahme aufeinander könne die "Gefährdung von Gut und Blut" verhindern und wer am Steuer an den nächsten denke, der denke auch an sich selbst! Mit Plakaten und Flugblättern soll vor den Gefahren während der Reisesaison nachdrücklich gewarnt werden.

Sehr spät, so will uns scheinen, denn Vorhuten sind schon unterwegs: Die Ferien haben am Wochenende in Hamburg und Niedersachsen begonnen, der Autostrom schwillt nun Tag für Tag an. ZAV Sprecher Krüger versicherte, der Güterverkehr wolle "helfend eingreifen", wenn es gelte, das Chaos zu vermeiden. Sein Präsident Georg Geiger stellte zwar ausdrücklich in einem Rundbrief fest, daß gemessen am Gesamt verkehr die Lastkraftwagen eine bescheidene Minderheit stellten, die für bestehende Schwierigkeiten nicht verantwortlich gemacht werden könnten, fordsrte aber die Unternehmen des Straßenverkehrsgeverbes dennoch auf, an den besonders neuralgischen Tagen bevorzugt die Nachtstunden zu benutzen. Der Güternahverkehr solle die Autobahnen an diesen Tagen meiden. Die Aktivität seines Verbandes zeigt sich allerdings in einer erfreulichen Erfolgsbilanz, deren Auswirkungen vielleicht schon in dieser Saison spürbar werden könnten. In 292 Lehrgängen wurden bisher 7329 Fahrer von Lastkraftwagen und Omnibussen auf der lobenswerten "Fernfahrer Penne" von Rieneck im Einmaleins der Verkehrssicherheit unterrichtet. Die Folgen des Unterrichts seien erkennbar: Der Fernfahrer ist immer disziplinierter geworden. Für ausländische Kollegen wurde ein Merkblatt gedruckt, das auf die für deutsche Straßen geltenden Verkehrsvorschriften hinweist. Auch die Neulinge hinter dem Steuer werden vom Bundesverband des deutschen Güterfernverkehrs direkt angesprochen, und zwar mit einer witzigen und sehr instruktiven kleinen Broschüre: "Keine Angst vor dicken Brummern Das Taxigewerbe wurde von der ZAV gebeten, ortsunkundigen Urlaubern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, D