In Köln dümmer?

Wer nachts durch Städte fährt, ärgert sich oft an jeder zweiten Kreuzung. Die Ampel ist rot und die Straßen sind leer; weit und breit ist kein Auto zu sehen. Springt die Ampel auf Grün, dann bleiben meist nur zwei Möglichkeiten: Entweder man richtet sich nach der „grünen Welle“ und schleicht im Vierzig-Kilometer-Tempo durch die Stadt oder man fährt zügig bis zur nächsten roten Ampel und wartet erneut. Die Siebzig-Kilometer-Wellen sind selten. Viele Städte lösen das Problem sehr einfach: Sie schalten die Ampelanlagen am späten Abend ab. Der Arbeitsaufwand ist gering, der Nutzen groß. Die Autofahrer sparen Zeit, Nervenkraft und Benzin. Die Anwohner werden nicht durch den Lärm der startenden Wagen in ihrem Schlaf gestört.

Trotzdem lehnen einige Städte diese Lösung ab. Die Stadt Köln zum Beispiel hat kürzlich wieder erklärt, daß sich bei Probeabschaltungen die Unfallziffern erhöht haben. Im neunzig Kilometer entfernten Dortmund dagegen werden seit kurzem viele Ampeln nach 22 Uhr abgeschaltet. Sind die Kölner Autofahrer dümmer? hst.

Hamburger Beelzebuben

Für deutsche Urlauber wurde der Weg nach Tirol und Italien kürzer. Rund hundert Kilometer spart der Tourist, benutzt er die jetzt eingeweihte Felbertauernstraße. Hamburgern jedoch ist die Straße quer durch Tirol nicht uneingeschränkt zu empfehlen: Um die Beelzebuben aus dem Sündenbabel an der Elbe müssen gläubige Tiroler Katholiken einen weiten Bogen schlagen. Der Tiroler Bischof Dr. Paul Rusch fürchtet um seiner Schäflein Sittlichkeit. Hamburger Sitten (Reeperbahn) in den Tiroler Alpen sind ihm heute schon schreckensnahe Wirklichkeit. Er verurteilte bei Eröffnung der Felbertauernstraße als die Spitze frevelhaften Treibens die Werbung in der Hansestadt von Tirolern für Tirol. Dazu Dr. Kettel, Direktor des Innsbrucker Fremden Verkehrs Verbandes: Wir sind glücklich, wenn viele Gäste insbesondere aus dem Hamburger Raum zu uns kommen. rod

Unterricht für Sünder

Die Vorladung eines Verkehrssünders zum Verkehrsunterricht verstößt nicht gegen das Grundgesetz. So entschied jetzt das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Ein Kraftfahrer hatte die Auffassung vertreten, die Verpflichtung zur Teilnahme am Verkehrsunterricht unter Strafandrohung sei eine unzulässige Freiheitsbeschränkung. Die Verfassungsrichter entschieden dagegen mit vier zu drei Stimmen, daß die Belehrung eines bei einem Verkehrsverstoß angetroffenen Kraftfahrers der Hebung der Verkehrsdisziplin und damit auch der Erhaltung von Sicherheit und Ordnung auf den öffentlichen Straßen dienen. D