Köln

In der letzten Woche wählten die Kölner Studenten ihr 13. Studenten-Parlament. 20 Sitze gingen an die unabhängigen Studentenvertreter, 15 an die politischen Hochschulgruppen – SDS, SHB, LSD und HSU – und die übrigen 15 an die sogenannte „Aktion 67“.

„Aktion 67“, das war etwas Neues an der Kölner Uni und machte sich durch unzählige grüne Flugblätter und Plakate bemerkbar: „Arbeitsgemeinschaft für aktive Hochschulpolitik“ – „Schach den Radikalen“ – „Die Kräfte der Mitte haben sich formiert“.

Die Aktion forderte eine „enteilte cordiale“ zwischen Professoren und Studenten, behauptete „Saubere Toiletten sind nicht nur für Professoren da“ und „Tagespolitik ist Privatsache“. Die Aktion gebar schließlich eine Reaktion: Die politischen Hochschulgruppen – außer dem „Ring Christlich-demokratischer Studenten“ – schlossen sich zu einer Art Volksfront zusammen. Sie fragten die anderen: „Wer bezahlt die aufwendige Reklame der Studentenaktion? Die Aktionisten mußten Farbe bekennen: Die Kosten der 20 000 Wahlzeitungen und der Plakat-, Zettel- und Flugblattaktionen wurden – so „Aktions“-Vorsitzender Koester – von „Kölner Bürgern“ bestritten. „Kölner Bürger“ – das sind Corporationsstudenten, die Kölner Studentenpfarrer und – „mehrere Versicherungen“.

Der deutschen National- und Soldatenzeitung war dies nur recht, und sie empfahl: „Die Kräfte der Mitte sollen sich formieren“, und die „Aktion 67“ kann heute mit Recht behaupten, „die Kräfte der Mitte haben sich formiert“. Von den 27 Kandidaten der „Aktion“ sind fast die Hälfte Verbindungsstudenten.

Ein kleiner Esel marschierte am letzten Mittwoch vor der Kölner Universität auf und ab. Er trug ein Brett vor dem Kopf und ein Schild „Auch ich wähle Aktion 67“. I. H.