Es hört sich schaurig an. Wenn England mit Irland, Dänemark und Norwegen in die EWG aufgenommen wird, dann gerät nicht nur diese Gemeinschaft, sondern das gesamte Welt-Handelsgefüge in Unordnung. Deshalb, so muß man nach dem Vortrag des französischen Außenministers vom Anfang dieser Woche im EWG-Ministerrat annehmen, sollte am besten niemand eintreten.

Hört also die Einigung Europas bei Sechsen auf? De Gaulles Außenminister feuerte eine Breitseite nicht nur gegen alle irgendwann beitrittfreudigen Länder ab, sondern hielt erst recht den Briten ein besonderes Privatissimum. Ihre Währung sei – so darf man in Klarsprache übersetzen – trotz redlicher Stabilisierungsanstrengungen gemeingefährlich labil und die „protektionistische Hochpreis-Agrarpolitik der EWG“ (so nannte Couve sie ungeniert) wolle England zwar akzeptieren – aber das könne es einfach nicht.

Die Pariser Experten hatten gut vorgearbeitet. Der Minister bewies die Gefahren von Neubeitritten und Assoziationen mit Zahlen, warnte vor dem Zorn der USA und Japans gegen eine sie diskriminierende Riesen-EWG. Nun ist es an England und an Frankreichs fünf EWG-Partnern zu beweisen, daß die Argumente nicht stechen und der Beitritt von vier Kandidaten weder die EWG noch den Weltmarkt auf den Kopf stellt. Der Fuchs Couve de Murville schob London und den „Fünf“ die Beweislast zu: bisher hatte er zeigen müssen, daß Neubeitritte riskant sind. hb