Zeitalter beschert. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß wir auf viele Jahre hinaus auf sommerliche Temperaturen verzichten müssen. Zu diesem Ergebnis ist Dr. James P. Lodge, ein Chemiker des National Center for Atmospheric Research in Boulder (Colorado), nach eingehenden Studien von Gletscherbewegungen gekommen. Lodge, der unter anderem darauf hinwies, daß die Gletscher im Nordwesten des Pazifiks neuerdings nicht mehr wie bisher zurückweichen, meinte jedoch auf einem Treffen der amerikanischen Air Pollution Control Association in Cleveland, daß man immer noch sehr wenig über die dynamischen Veränderungen der Atmosphäre wisse. Soviel ist jedoch seiner Meinung nach sicher, daß wir wesentlich „ungemütlicheren Zeiten“ entgegengehen.

Auf dem gleichen Treffen in Cleveland legte Dr. Robert A. McCormick, ein Meteorologe des Air-Resources-Field-Research-Büros, statistisches Zahlenmaterial über die zunehmende Luftverschmutzung vor. Danach gibt es Anhaltspunkte dafür, daß sich die Verschmutzung der Atmosphäre seit der Jahrhundertwende um ungefähr dreißig Prozent erhöht hat. Das würde nach McCormick einen allgemeinen Temperaturabfall von etwa 8° Fahrenheit verursacht haben, wenn die Wärmespeicherung des Ozeans und die Bildung von Kohlendioxyd diesem Temperaturabfall nicht entgegengewirkt hätten.

Tatsache ist, daß seit Ende der vierziger Jahre ein weltweiter Temperaturabfall zu verzeichnen ist, während seit etwa 1880 ein umgekehrter Trend nachgewiesen werden konnte.

Dr. Lodge bringt diesen Temperaturabfall damit in Verbindung, daß die Staubteilchen, die heute bei den verfeinerten Verbrennungsmethoden in die Atmosphäre gelangen, sehr viel kleiner sind als in früheren Zeiten und sich entsprechend länger in der Atmosphäre halten. Diese Staubteilchen reflektieren die Sonneneinstrahlung und vermindern insoweit die Erwärmung der Erde. Die zunehmende Verschmutzung der Atmosphäre ist zumindest eine mögliche Erklärung dafür, daß beispielsweise in Wisconsin selbst im Sommer die Temperatur gelegentlich auf den Nullpunkt sinkt.

bon