Am 25. August 1967 beginnt in der Bundesrepublik das farbige Fernsehen. 70 000 Empfänger – so die Prognosen – werden dabeisein.

Just zu dieser Zeit hat der Econ-Verlag die Geschichte des Farbfernsehens herausgebracht –

Walter Haas: „Farbfernsehen – Ein Geschenk unseres Jahrhunderts“; Econ-Verlag, Düsseldorf; 307 S., 20,– DM.

Von Isaak Newton bis SECAM reicht der Bogen, den der Autor in diesem Buch spannt. Goethes Farbenlehre, die Theorien von Maxwell, Helmholtz, die ersten Versuche mit der Röhre des Professors Braun, Paul Nipkows Idee, in einem Berliner möblierten Zimmer entworfen, bis zu Walt Disneys Experimenten mit Technicolor – es sind die berühmten Meilensteine auf dem Weg zu PAL und NTSC.

Die Konferenzen von Wien 1965 und Oslo 1966, bei denen das Farbsystem PAL des Deutschen Walter Bruch oder das System SECAM der Franzosen zur Gretchenfrage hochgespielt wurde, machen deutlich, daß das Farbfernsehen die Dimensionen des Technischen bereits gesprengt hat, ehe es überhaupt sichtbar wurde: es ist ein brisantes Politikum.

Ein Buch, das Geschichte aufzeichnet, indem es Geschichten erzählt. Ein bißchen Volkshochschule, nicht zuviel Technik, aber genug, um Zusammenhänge zu begreifen, Anekdotisches neben Protokolliertem. Daß der Autor, von Hause aus Journalist, mitunter in etwas onkelhafte Formulierungen verfällt, verzeiht man ihm angesichts der Fülle von Informationen in diesem Buch.

Günter Dahl