DIE ZEIT

Gast ohne Glorienschein

Ein bequemer Gast war Charles de Gaulle nie. Aber es ließ sich, bei allen Differenzen,schließlich mit ihm doch eine gemeinsame Sprache finden.

Notfalls freiwillig

Die südkoreanische Botschaft mutet der deutschen Öffentlichkeit und der Bundesregierung viel zu. Die Botschaft erklärt offiziell, die sechzehn verschwundenen Koreaner seien freiwillig nach Korea zurückgekehrt, um sich dort vor den zuständigen Gerichten wegen Spionageverdachts zu verantworten.

Erst streichen, dann denken?

Eigentlich hatte die Regierung der Großen Koalition bei den Kabinettsberatungen über die mittelfristige Finanzplanung ihr „Meisterstück“ liefern wollen.

ZEITSPIEGEL

Geschmacklos, aber juristisch zulässig – so entschied die 7. Kammer des Frankfurter Landgerichts über die Werbung eines großen Schuhgeschäftes, das sich der Person des israelischen Verteidigungsministers zum Kundenfang bemächtigt hat.

Mit dem Bären im Wappen

Von fünf deutschen Kardinälen zu sprechen, wie dies anläßlich der Ernennung des Erzbischofs von Berlin, Dr. Alfred Bengsch, geschah, ist nicht korrekt.

Wolf gang Ebert:: Zustände in Hula-Bala

An Zuständen in dem Urwald-Staat Hula-Bala, für den ich mich etwas interessiere, kann man fast verzweifeln. Neulich sah ich mich in meinen Sorgen um dieses Land sehr bestätigt durch das, was mir ein Südkoreaner namens Wing Dang Do, der gerade von dort kam, berichtete.

Wo die Studenten sich irren

Es hat oft Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Berliner Senat und der Bundesregierung gegeben, und manchesmal prallten die Meinungsverschiedenheiten aufeinander.

Die Ibos kämpfen um ihren neuen Staat

rinischen Zentralregierung aus Lagos sind in die Ostregion des Landes einmarschiert, um die vor sechs Wochen abgefallene Provinz, die sich seit dem 30.

Ruf nach dem Psychiater

Berliner Sommer 1967. Eine Neurose geht um. Der Ruf nach dem Psychiater wird laut. Zunächst als Notruf eines verzweifelten Richters in Moabit.

Ein Mann, eine Mission

Es begann wie ein schwäbischer Heimatabend: Ein Herr mittleren Alters und eben solcher Größe betrat, leichtfüßig ausschreitend, das Vestibül der Bonner Vertretung des Landes Baden-Württemberg und ging geradewegs auf eine Karte zu: „Hier bin ich geboren, in.

Ministersturz in Ostberlin?

Eine neue Phase der innenpolitischen Entwicklung der DDR hat Walter Ulbricht angekündigt. Vor dem SED-Zentralkomitee übte er am vergangenen Wochenende ungewöhnlich scharfe Kritik an der Arbeit des Ministerrates und damit auch indirekt an Willi Stoph, dem Regierungschef.

Rumänische Gipfel-Akrobatik

Der Bukarester Regierungssprecher nahm das Gelächter der Journalisten in Kauf, als er auf die Frage, ob der rumänische Ministerpräsident Maurer nach Peking gereist sei, die Antwort gab, er habe in der internationalen Presse davon gelesen.

Fünf Milliarden wurden gestrichen

Im Haushalt für 1968 wurden 5,3 Milliarden Mark gestrichen. Er sieht jetzt Ausgaben von 80,7 Milliarden Mark vor, von denen 7,35 Milliarden durch Kredite gedeckt werden sollen.

So stimmte die UN-Vollversammlung

Dafür: 53 Delegationen – und zwar: 13 Mitglieder der Arabischen Liga, 8 Mitglieder des Warschauer Pakts (einschließlich Rumäniens), 7 europäische, orientalische und asiatische Verbündete der USA (einschließlich Frankreichs), 14 afrikanische Staaten (einschließlich 5 französischsprachiger), 7 blockfreie Länder Asiens, außerdem Kuba, Jugoslawien, die Mongolei und Zypern.

Schießereien um Hongkong

Die britische Kronkolonie Hongkong erlebte den bislang schwersten Zwischenfall: An der chinesischen Grenze im Vorort Schautaukuk stürmten am vorigen Wochenende 300 Chinesen einen Polizeiposten.

Spuk am Kongo

Der Krieg begann mit einem Handstreich: Flugzeuge unbekannter Herkunft setzten vorige Woche über dem Ost-Kongo Fallschirmjäger ab.

Erster Fortschritt in Nahost?

Zum erstenmal seit Aufbruch der Nahostkrise tauchte ein sowjetischer Flottenverband am Suezkanal auf. In Port Said, das in Reichweite israelischer Geschütze liegt, und in Alexandrien machten zwölf sowjetische Kriegsschiffe fest, darunter zwei Raketenträger, ein Kreuzer, ein Zerstörer und Landungsboote.

Namen der Woche

Walter Bargatzki, 57 Jahre alt, einst Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, seit 1950 Vizepräsident des Deutschen Roten Kreuzes, wurde zum Präsidenten des DRK gewählt.

Von ZEIT zu ZEIT

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle kam zu dem turnusmäßigen Konsultationsge- spräch nach Bonn. Auf der EWG – Ministerratstagung in Brüssel meldete Frankreich wieder scharfe Bedenken gegen den Beitritt Großbritanniens zum Gemeinsamen Markt an.

Trotz de Gaulle

Am Vorabend der Reise von Staatspräsident de Gaulle nach Bonn widersprach Außenminister Brandt der französischen Auffassung, nach der eine Aufnahme Großbritanniens in den Gemeinsamen Markt den Charakter der europäischen Gemeinschaft zerstöre.

Bürgerkrieg in Nigeria

Nach Monaten der Spannung kam es in der westafrikanischen Föderation Nigeria zum Knall: Seit Ende der vorigen Woche kämpfen Truppen der Zentralregierung gegen die Verbände der abgefallenen Ostregion „Biafra“ unter Oberstleutnant Omedugwu Ojukwu.

Ein Deutscher aus Leidenschaft

Wir saßen, ein Dutzend Studenten, in seiner gemütlichen Studierstube, deren Wände durch Bücher verstellt, deren Teppiche mit Akten überladen waren.

Kirche des Konzils

Am Ende seines Buches schreibt der Autor, vieles auf dem Vatikanischen Konzil sei unvollendet geblieben; doch eben durch diese Lücken hindurch vermöge der Sauerteig der großen katholischen Kirchenversammlung weiterzuwirken.

Östlich der Elbe

Horst Mönnich nennt dieses Buch „Wiederbegegnung“. Er meint damit wohl die seelische Anstrengung des Hinschauens, der Auseinandersetzung mit dem Vergangenen, Veränderten und Verlorenen.

Chruschtschows nachträglicher Sieg

Nikita Sergejewitsch Chruschtschow war der typischste Russe unter allen bisherigen kommunistischen Machthabern im Kreml. Er kam wohl dem am nächsten, was wir gern als die russische „schirokaja natura“ bezeichnen: jene grandios-bestürzende Mischung nämlich von Grausamkeit und Gutmütigkeit, robuster Grobheit und vitaler Lebensfreude.

Was sich neckt, das leckt sich

Unterm 4. Mai 1966 ging dem Studenten Kern in Stuttgart eine Strafverfügung des Amtsgerichtes von Bad Cannstatt zu; das Gericht rügte: „Am Dienstag, dem 15.

Aktionisten 67

In der letzten Woche wählten die Kölner Studenten ihr 13. Studenten-Parlament. 20 Sitze gingen an die unabhängigen Studentenvertreter, 15 an die politischen Hochschulgruppen – SDS, SHB, LSD und HSU – und die übrigen 15 an die sogenannte „Aktion 67“.

Kummer mit Hermann Hesse

Manfred Hausmann war aus dem Norden herbeigeeilt, um in Calw an der Nagold Hermann Hesses 90. Geburtstag zu feiern. Hesse sei ein Verwegener, ein Tollkühner im Reiche des Geistes gewesen, sagte der Festredner den Lehrern und Schülern des städtischen Gymnasiums anläßlich der Umbenennung dieser Schule in „Hermann-Hesse-Gymnasium“.

Krieg der Raupen und Kräuter

Die anthropozentrische Deutung früherer Zeiten sah in der Natur einen Kramladen, für den Menschen gefüllt, damit er genieße und genese.

Eiszeit in Sicht?

Zeitalter beschert. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß wir auf viele Jahre hinaus auf sommerliche Temperaturen verzichten müssen.

Fernsehen – farbig betrachtet

Von Isaak Newton bis SECAM reicht der Bogen, den der Autor in diesem Buch spannt. Goethes Farbenlehre, die Theorien von Maxwell, Helmholtz, die ersten Versuche mit der Röhre des Professors Braun, Paul Nipkows Idee, in einem Berliner möblierten Zimmer entworfen, bis zu Walt Disneys Experimenten mit Technicolor – es sind die berühmten Meilensteine auf dem Weg zu PAL und NTSC.

Datenverarbeitung per Telephon

Die Datenfernverarbeitung, bei der ein Computer von einem beliebigen Ort aus mit Hilfe eines Fernschreibers bedient werden kann, setzt sich mehr und mehr durch.

Schon im alten Rom

In England ist kürzlich ein altes chirurgisches Instrument ausgegraben worden, von dem man annimmt, daß es vor 2000 Jahren zur Einleitung von Abtreibungen gedient hat.

Mit der Oper durch Amerika (I): Neger auf der Bühne und in Wirklichkeit

Wie alle ostwärts über den Atlantik Fliegenden durch die Erddrehung um ihre Nachtruhe betrogen, kamen sie am Dienstag morgen um acht (für sie war es nachts um drei) auf dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt an: 120 aus der stolzen Schar von 350, die ausgezogen war, den Amerikanern zeitgenössisches Musiktheater vorzuführen.

Rundherum voll Ungeduld

Auch die westdeutschen Studenten entdecken nach und nach ihre Rolle in der Gesellschaft

Die Austreibung des Geistes

Wie in mancher deutschen Tageszeitung zu lesen ist, sollen in Griechenland inzwischen Ruhe und Ordnung wieder eingekehrt sein.

Kunst für arbeitslose Kumpel

Am Anfang gab es Kohlen für Kunst und Kunst für Kohlen; und weil jene Zeit, nicht nur an Jahren, der heutigen so legendenhaft fern liegt, sei noch einmal daran erinnert: Hamburger Schauspieler und Sänger nebst Intendanten, Dramaturgen und Inspizienten wärmten sich Hände und Füße an den „schwarzen Diamanten“ (welche Bezeichnung damals, in den Jahren 1946 und 1947, durchaus nicht hochtrabend klang).

FILMTIPS

„Masculin – féminin“, von Jean-Luc Godard Fünf junge Leute in Paris, Herbst 1965 bis Frühjahr 1966. Godard testet Verhaltensweisen und probiert Testmethoden aus.

Ohne „Lübke-Wand“ noch besser

Während der Sommermonate ist (ab 13. Juli) im Theater der Freien Volksbühne in Berlin Sternheims satirische Komödie „Bürger Schippel“ en suite zu sehen.

Kunstkalender

Trotz des Überangebots an Dokumentationen früher und entlegener Kulturen von Indien bis Altamerika, mit denen das deutsche Publikum in den letzten Jahren konfrontiert und erschreckt wurde, ist diese Darbietung eurasischer Kunst faszinierend, nicht nur für den archäologisch Vorgebildeten und nicht nur wegen des skythischen Goldes.

Länge ist kein Qualitätsnachweis

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde, ausgehend von der neugegründeten Universität Berlin, die Habilitation an den deutschen Universitäten eingeführt.

ZEITMOSAIK

Nach dem ersten Probejahr legte der Bildungsrat jetzt seine ersten zwei Empfehlungen vor. Die eine davon betrifft den Lehrermangel in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern an den Gymnasien.

Aus Oxforder Sicht

Oxford ist wie Berlin eine Universitätsstadt. Oxford beherbergt in seinen Mauern eine studentische Nachbildung des englischen Parlaments, die Oxford Union, die in ihren Resolutionen und Abstimmungsergebnissen kaum weniger wichtig genommen wird als ihr Londoner Vorbild.

Hochgepriesen und hochbezahlt

Man stelle sich vor, das Jubiläum wäre vor fünf Jahren fällig gewesen: Kein Hahn hätte (im Westen) nach der Kollwitz gekräht.

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