Die Esso AG, Hamburg, Tochtergesellschaft der Standard Oil Company, New Jersey, führte 1966 einen harten Kampf um Marktanteile. Auf dem Treibstoffmarkt war er erfolgreich, denn hier hat die Esso, wie ihr Vorstand erklärt, ihre Position halten können. Im Heizölgeschäft nahm sie hingegen wegen der niedrigen Preise Einbußen in Kauf. Das ist auch der Grund, warum die Esso 1966 mit einem Mengenabsatz von 18,2 Millionen Tonnen (+ 6 Prozent) nicht mehr in vollem Umfang am Wachstum des westdeutschen Mineralölgeschäftes teilnahm, wo die Zuwachsrate immerhin noch 12 Prozent betrug.

Auf dem Treibstoffmarkt hat die Esso mit harten Bandagen geboxt. Ihr ging es darum, die Marktanteile der von ihr als Unterpreistankstellen bezeichneten Stationen nicht mehr weiter ansteigen zu lassen. Sie senkte nicht nur selbst die Zapfsäulenpreise, sondern verlangte auch von ihren Esso-Händlern ein Opfer in der Form eines Rabattsystems, das zum Nutzen der Kundschaft eingeführt worden ist. Allerdings schlossen sich bis zum Jahresende erst rund die Hälfte der Esso-Stationen diesem umstrittenen System an.

Erst als die freien Tankstellen als Folge des Nahost-Konflikts mit Versorgungsschwierigkeiten zu kämpfen hatten, konnte die Esso wieder an Preiserhöhungen denken. Zur Erleichterung der anderen großen Mineralölkonzerne, die sich wohl oder übel der Preispolitik der Esso anschließen mußten.

Trotz ihres Preiskampfes legt die Esso für 1966 einen Gewinnabschluß vor. Nach Tilgung des aus dem Jahre 1964 stammenden Verlustvortrages von 1,1 Millionen Mark und nach Einstellung von 1,2 Millionen in die Rücklagen verbleibt ein Gewinn von 9,3 Millionen, von dem auf das Grundkapital von 800 Millionen eine Dividende von 9,25 Millionen ausgezahlt worden ist. Das Grundkapital wurde inzwischen auf 850 Millionen erhöht.

K. W.