Obwohl der Umsatz (einschließlich inländischer Tochtergesellschaften) bei der Phoenix Gummiwerke AG, Hamburg-Harburg, im Geschäftsjahr 1966 noch um rund 7,5 Prozent gestiegen ist, gab es bei dem Unternehmen einen Gewinnrückgang um 30 Prozent. Wenn man weiter hört, daß die Verwaltung in diesem Jahr mit einem Umsatzschwund von rund 10 Prozent rechnet, dann hätten die Aktionäre allen Grund, beunruhigt zu sein, wenn der Vorstand nicht inzwischen erfolgreich eine Durchforstung der Kosten vorgenommen hätte. Es ist nunmehr gelungen, den variablen Aufwand den veränderten Verhältnissen des Beschäftigungsgrades anzupassen, die Maßnahmen zur Senkung der generellen Fixkosten werden sich jedoch erst gegen Ende 1967 voll auswirken.

Die Flaute im Geschäft, hauptsächlich bei den Reifen, soll nach Möglichkeit nicht bis zur Dividende durchschlagen. Für 1966 wurde sie auf unverändert 16 Prozent belassen; allerdings konnten den Rücklagen nur 2 (6,25) Millionen Mark zugeführt werden. Die Verwaltung bekannte sich bisher zur Dividendenkontinuität, d. h. in der Vergangenheit war man im Vergleich zum Gesamtgewinn mit Ausschüttungen zurückhaltend. Der Vorstand trachtet danach, auch für 1967 wieder 16 Prozent zu zahlen, allerdings nur dann, wenn im kommenden Frühjahr zu übersehen ist, ob die Konjunkturflaute tatsächlich lediglich vorübergehender Art ist.

Die Phoenix-Aktie wird aller Voraussicht nach ein ruhiges Papier bleiben. Ein Abfindungswert wird sie auch nicht werden, weil die drei Großaktionäre (The Firestone Tire & Rubber Comp., Akron/Ohio, Münchener Rückversicherung und Moritz Schultze Erben, München, mit jeweils etwas über 25 Prozent) nicht die Absicht haben, sich gegenseitig zu majorisieren. K. W.