Am Vorabend der Reise von Staatspräsident de Gaulle nach Bonn widersprach Außenminister Brandt der französischen Auffassung, nach der eine Aufnahme Großbritanniens in den Gemeinsamen Markt den Charakter der europäischen Gemeinschaft zerstöre.

Brandt sagte vor dem EWG-Ministerrat in Brüssel, die Bundesregierung sei überzeugt, daß sich aus dem Beitritt Großbritanniens nach einer bestimmten Übergangszeit eine für alle vorteilhaftere wirtschaftliche Situation ergeben werde.

Die Bundesregierung bestreite, daß die Gemeinschaft durch eine Ausweitung verwässert, und nach der Aufnahme Großbritanniens auf den von Frankreich gefürchteten atlantischen Weg abgedrängt werde.

Brandt forderte die alsbaldige Aufnahme von Verhandlungen, damit geklärt werden könne, ob, wie und wann der Beitritt Großbritanniens möglich sei.