Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle kam zu dem turnusmäßigen Konsultationsge- spräch nach Bonn. Auf der EWG – Ministerratstagung in Brüssel meldete Frankreich wieder scharfe Bedenken gegen den Beitritt Großbritanniens zum Gemeinsamen Markt an. In der Bundeshauptstadt traf der neu ernannte rumänische Botschafter Constantin Oancea ein. Als erster ausländischer Regierungschef absolvierte der französische Ministerpräsident Georges Pompidou im sowjetischen Fernsehen ein Interview mit mehreren Journalisten. Bei einer Luftparade in Moskau wurden zum ersten Mal ein Düsenkampfflugzeug mit verstellbaren Tragflächen und ein Senkrechtstarter der Öffentlichkeit vorgeführt.

Finanzen und Soldaten

Als wesentliche Konsequenzen der vom Bundeskabinett beschlossenen mittelfristigen Finanzplanung ergaben sich eine drastische Kürzung des Wehretats und eine Erhöhung der Mehrwert- und der Einkommensteuer. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Schmidt und der FDP-Vorsitzende Mende sprachen sich für eine Verkleinerung des Kabinetts aus. Nach den Freien Demokraten sprachen sich auch die Sozialdemokraten für eine Sondersitzung des Bundestages zur Erörterung der Finanzpolitik aus. Washington reagierte kritisch auf die im Zusammenhang mit der Haushaltspolitik der Bundesregierung erwogene Reduzierung der Bundeswehr. Der für Mitte Juli vorgesehene Bonn-Besuch des amerikanischen Verteidigungsminister Robert McNamara wurde verschoben.

Kriege

Nach einer Überprüfung der Lage in Südvietnam kehrte der amerikanische Verteidigungsminister McNamara in die USA zurück. Seit Beginn des Vietnam-Krieges verloren die USA insgesamt 1460 Flugzeuge und 913 Hubschrauber. In der britischen Kronkolonie Hongkong wurden bei Schießereien an der Grenze nach China fünf Polizisten getötet. Der lang befürchtete Bürgerkrieg in Nigeria brach mit dem Einmarsch von Lagos-Truppen in die abgefallene Ostregion in voller Schärfe aus. Die von weißen Söldnern ausgelöste Revolte im Kongo wurde von Regierungs-Einheiten niedergeschlagen.

Nahost-Krise

Am Suez-Kanal nahmen die militärischen Auseinandersetzungen zwischen ägyptischen und israelischen Kontingenten an Intensität zu. Ägypten und Israel stimmten der Entsendung von UN-Beobachtern zum Suez-Kanal zu. Die Vollversammlung nahm ihre Beratungen über eine Beilegung der Nahost-Krise wieder auf. Nach einer Begegnung mit Präsident Gamal Abdel Nasser und König Hussein reiste der algerische Staatschef Houari Boumedienne nach Damaskus weiter. In der sudanesischen Hauptstadt Karthum wurde die immer wieder verschobene arabische Gipfelkonferenz angesetzt. Als Sonderbeauftragter des Papstes traf Unterstaatssekretär Angelo Felici in Jerusalem ein.