Die erste Pressekonferenz des Hauses Henkel war durchaus noch kein revolutionärer Schritt in die – zugegeben freiwillige – Publizität. Der Düsseldorfer Waschmittelkonzern hütet sein „Geheimnis“ weiterhin mit dem obligaten Hinweis, daß die Henkel-Gruppe als Familienunternehmen den Kapitalmarkt nicht in Anspruch nehme und deswegen auch keinen Anlaß habe, seine gesetzlich anerkannte Publizitätsscheu zu überwinden. So war denn auch das erste Pressegespräch in der „Persil-Hochburg“ unverkennbar mehr eine Angelegenheit der Marketingabteilung, deren – übrigens durchaus legitime – Aufgabe, Produktenwerbung zu betreiben, gar nicht zu überhören war, als eine echte Information über das Unternehmen, daß immerhin zu den Großen, aber nach wie vor leider auch zu den großen Unbekannten der deutschen Wirtschaft gehört. Der Umsatz des Konzerns bleibt weiterhin eine Schätzung: er wurde in der Pressekonferenz weder bestätigt noch dementiert und lautet auf rund 2 Milliarden Mark, davon sollen etwa 1,2 bis 1,3 Milliarden auf das Geschäft der Inlandsgesellschaften entfallen. Auf die traditionellen Tätigkeitsbereiche der Henkelgesellschaften, auf Wasch- und Reinigungsmittel, entfallen etwa 60 Prozent des Umsatzes, die restlichen 40 Prozent werden von chemisch-technischen Produkten bestritten.

Nicht ohne Stolz und recht offenherzig wurde dagegen über die ansehnlichen Erfolge der Henkel-Gruppe im bundesdeutschen Waschmittelkrieg berichtet. An dem jährlich um etwa 6 Prozent wachsenden Markt der sogenannten Vollwaschmittel hat Henkel seinen Anteil mit Erzeugnissen wie zum Beispiel dem nun mehr genau 60 Jahre alten Persil, Dixan und Weißer Riese auf 51 Prozent – seit 1945 bis Ende des Jahres 1964 – ausbauen können. Der harte Wettbewerb der finanzstarken Konkurrenz hat Henkel bisher nicht geschadet. Zu dem alten Wettbewerber Sunlicht/Unilever kam 1964 der amerikanische Konzern Procter & Gamble und seit einigen Monaten ebenfalls von jenseits des Atlantiks auch die Colgate/Palmolive-Gruppe hinzu, deren Marktanteile mit 24 Prozent für Sunlicht („Omo“) und 20 Prozent für Procter & Gamble („Dash“) ausgegeben wurden, nmn.