FÜR alle, die sich rühmen, literarische Ausgrabungen zu mögen –

Israel Zangwill: „Der König der Schnorrer“, (Originaltitel: „The King of Schnorrers“), Roman, aus dem Englischen von Elisabeth und Hans Herlin, Zeichnungen von Beate Gaus; Christian Wegner Verlag, Hamburg; 139 S., 12,80 DM.

ES ENTHÄLT in sechs Kapiteln neben eigenwilligen Abschweifungen folgenden Handlungsfaden: Manasse Bueno Barzillai Azevedo da Costa ist sephardischer (spanischportugiesischer.) Jude und ungekrönter Bettelkönig im Ostlondoner Getto jener Tage, „als England seinen Juden alle bürgerlichen Rechte vorenthielt, bis auf das Recht, Steuern zu zahlen“. Da Costas Kunst wird ausführlich beschrieben. Was sein Schnorrerblick erheischt, ist früher oder später sein. Die den Juden gesellschaftlich verweigerte Bürgerlichkeit wird auf besondere Art zurückgewonnen.

ES GEFALLEN neben den erwähnenswerten Illustrationen die realistisch-groteske Bewältigung des Themas „Betteln als Intelligenzberuf“ sowie eine Reihe herrlicher Bosheiten.

F. R.