Der Verwaltungsrat der Bundesbahn wird mit einer wenig erfreulichen Halbjahresbilanz der Deutschen Bundesbahn konfrontiert: Das 1967 auf rund eine Milliarde Mark veranschlagte Defizit dürfte tatsächlich 1,5 Milliarden erreichen.

Insbesondere im Güterverkehr ist das Transportaufkommen stark zurückgegangen. Die Einnahmen werden etwa acht Prozent niedriger liegen als im Wirtschaftsplan veranschlagt. In absoluten Zahlen ist das ein Verlust von 440 Millionen Mark.

Aber auch der Fernreiseverkehr, der in den vergangenen Jahren einen so erfreulichen Aufschwung genommen hatte, ist rückläufig. Mindereinnahmen gegenüber dem Wirtschaftsplan: 130 Millionen Mark. Neben der rückläufigen Konjunktur spielt hier offensichtlich die Fahrpreiserhöhung des vorigen Jahres eine Rolle, die viele Reisende vergrämt hat.

Den Mindereinnahmen stehen allerdings auch erhebliche Einsparungen gegenüber. So sinkt die Lohnsumme um 70 Millionen Mark. Die Zahl der Beschäftigten dürfte in diesem Jahr um rund 20 000 reduziert werden.

Der Rückgang der Zahl der Lohn- und Gehaltsempfänger ist in erster Linie das Ergebnis einer regen Investitionstätigkeit. Nachdem in den letzten Jahren jeweils rund zwei Milliarden Mark investiert wurden, wird diese Zahl 1967 erstmals wieder erheblich überschritten: Der ursprüngliche Investitionsetat in Höhe von 1,8 Milliarden dürfte um mehr als eine Milliarde aufgestockt werden, da die Bundesbahn auch im zweiten Investitionshaushalt berücksichtigt werden wird. Mit rund drei Milliarden Mark erreicht die Bundesbahn so ein Investitionsvolumen, das auch gesamtwirtschaftlich ins Gewicht fällt. kop