Daß Kiesinger im persönlichen Gespräch mit de Gaulle auskommt, ohne daß sich bei dieser Gelegenheit die Beziehungen ihrer beiden Länder zueinander wesentlich verschlechtern, hat seine guten Gründe. Er hat nämlich durch die Lektüre früherer Gespräche herausgefunden, daß es da bei gewissen Themen immer zu Meinungsverschiedenheiten, ja zu Mißstimmungen gekommen war.

„Wahrscheinlich schon bei dem Wort ,Konsultation‘, wie?“

„Schon an diesem Wort schieden sich die Geister. Keiner weiß, was es eigentlich bedeutet, aber jeder hielt es dem anderen vor die Nase.“

„Welche Folgerungen zog Kiesinger aus all dem?“

„Um mit de Gaulle ein klares, gutes Gespräch zu führen, mußte man alle Themen, die zwischen Deutschland und Frankreich von Bedeutung sind, einfach weglassen.“

„Und was an ihre Stelle setzen?“

„Das reine, schöne Schweigen, auf das sich nur Männer so richtig verstehen, und das auch von den Dolmetschern sehr geschätzt wird, besonders im Hochsommer.“