Der Wagen hat mir Spaß gemacht. Ich fuhr in zwei Stunden und 31 Minuten von Köln nach Baden-Baden und kam frisch und nicht abgespannt an. Es lag allerdings nicht nur an dem Wagen. Die Autobahn war an jenem Samstagabend fast leer.

Auf der Autobahn Düren–Aachen hatte ich ein Rennen mit einem kleinen zweisitzigen Sportflugzeug, einem offenen, älteren Typ. Es gewann schließlich, weil es keinen Lastwagen vor sich hatte, der auf der linken Bahn einen zweiten Lastwagen überholte. Jedenfalls: Der BMW 2000 hat mir Spaß gemacht.

Ich weiß, daß solche Geschichten nichts über den Wert eines Wagens aussagen. Es ist eben schwer, über Autos zu schreiben, die man mit einem fünfstelligen Scheck bezahlen muß: Sie sind alle schnell, fast alle sicher und meistens bequem. Nur bei Sportwagen bekommt man vielleicht für denselben Preis etwas mehr: immer Image, oft Fahrvergnügen bei Sommerwetter, manchmal eine Freundin, gelegentlich auch Motorsport, wenn man seine Sportlust mit dem Porsche samstags kurz nach Sonnenaufgang auf stillen Eifelstraßen austobt oder Rallye fährt. Oft, sehr oft, bekommt man auch etwas weniger beim Sportwagen – nämlich auf dem Konto-Auszug der Bank.

Für den BMW 2000 trifft das alles nicht zu. Er ist ein ganz normales Auto – wie die meisten dieser Klasse. Er ist schnell, und es ist im Grunde gleichgültig, ob der Wagen 165 Stundenkilometer (wie der Rover 2000) oder 169,8 Stundenkilometer läuft, die Höchstgeschwindigkeit, die ich beim BMW 2000 gestoppt habe. Oder: ob man in 13,6 Sekunden auf 100 Stundenkilometer kommt (wie der Citroën DS 21) oder es in 13,1 Sekunden schafft (wie der BMW 2000) – das ist selbst im Ernstfall für 999 von 1000 Fahrern relativ egal.

Wenn man in dieser Klasse über Hervorragendes berichten wollte, dann müßte man über den BMW 2000 71 schreiben. Der ist in 10,4 Sekunden von Null auf 100, weicht somit erheblich von der Norm ab und ist auch schneller als jeder Sportwagen in dieser Preisklasse. Er fährt mit 183 Stundenkilometer Spitze allen davon. Aber ich habe nur die 2000er Normalausführung gefahren.

Ob man hier über die Sicherheit und die Bequemlichkeit redet: Der BMW 2000 bleibt in der Norm. Es gibt Wagen, die erheblich sicherer sind (wie der Volvo 144), und es gibt Wagen, die mehr Bequemlichkeit bieten (wie die großen Citroën-Typen). Was bleibt nun an dem Wagen empfehlenswert?

Den ausländischen Wagen in dieser Klasse (und das sind nicht wenige) hat der BMW 2000 ein relativ dichtes und meist gut funktionierendes Service-Netz voraus. Außerdem hat BMW den Ruf, daß dort noch gute, solide Handwerksarbeit geleistet wird. Dieser Ruf wurde mit den Vorkriegs-Modellen begründet und mit den Typen der 502er Serie gefestigt. Obwohl diese 502-Wagen schon teils vier und teils fünf Jahre nicht mehr gebaut werden, sieht man sie noch sehr oft auf unseren Straßen – vor allem auf den Autobahnen. Da sie als bequeme und schnelle Langstreckenwagen gerühmt wurden, werden sie eine Menge Kilometer auf ihrem Zähler haben. Sie alle sehen noch vorzüglich aus und haben einen guten Kurs auf der Gebrauchtwagenbörse.