Sehr sehenswert:

„Masculin-féminin“, von Jean-Luc Godard. Ein Film-Essay über die französische Jugend und zugleich ein Film-Essay über den Film-Essay: ein didaktischer Film, ein Kolleg über das zweckmäßige Filmemachen und zugleich eines über den Realitätscharakter von Vorstellungen, Nachrichten, über Sprachschwierigkeiten, Schwierigkeiten des Denkens, ein Film über die Politik.

„Blow Up“, von Michelangelo Antonioni, der hier einen Gedanken aufgreift, den Jean-Luc Godard stets aufs neue zu formulieren versucht hat: Stehlen und Photographieren, Töten und Photographieren – das sind für Godard und Antonioni analoge Begriffe; jemanden zu photographieren heißt, ihm das Lebendige zu nehmen; es ist dies eine zentrale Problematik auch des Kinos. Aber während Godard diesen Gedanken filmt, zeigt Antonioni einen Photographen, dem dieser Gedanke begegnet, dem in den Mordphotos, die er aufgenommen hat, seine eigene Praxis gegenübertritt.

„Marat/Sade“, von Peter Brook, dem mehr gelungen ist als die bloße filmische Reproduktion seiner Londoner Inszenierung des Stückes von Peter Weiss: ein Film. Die Kamera wird zum Interpreten des Stückes.

Sehenswert:

„Töte Django“, von Giulio Questi. Neue italienische Western gibt es in jedem Monat ein paar, deshalb sollte man sich diesen, den einzigen, der bisher sehenswert war, ansehen, bevor er von seinen Nachfolgern aus den Kinos gedrängt wird: Questi addiert die gängigen Muster des Genres zu einer makabren Anthologie, deren Sujet die ewigen Perversionen der bürgerlichen Gesellschaft sind.

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