In Kowloon, Tsuen Wan und Hongkong gingen Polizisten und Soldaten am vorigen Wochenende gegen die Hauptquartiere kommunistischer Gewerkschaften vor. 600 Personen wurden verhaftet und viele Waffen erbeutet. Es war die größte Razzia, seit die Unruhen in der britischen Kronkolonie vor neun Tagen mit Massendemonstrationen und Arbeitskämpfen und Zwischenfällen an der rotchinesischen Grenze nach Ansicht der britischen Behörden „eine neue Stufe der Gewalttätigkeit“ erreicht hatten.

Verteidigungsminister Healey erklärte inzwischen vor dem Unterhaus, Großbritannien lasse sich nicht aus Hongkong verdrängen. Das Weißbuch über die künftige Verteidigungsplanung sehe zwar den Abzug von 37 000 Mann aus dem Fernen Osten und die Auflösung der Stützpunkte in Malaysia und Singapur vor, doch sei Hongkong von den Veränderungen nicht betroffen. Es sei sogar möglich, daß die dortige Garnison verstärkt werde. Die Entsendung eines Flugzeugträgers soll eine britische „Politik der Stärke“ demonstrieren.