Die Bundesbahn fährt mit Volldampf in die Verlustzone. Das Defizit wird in diesem Jahr um rund 500 Millionen Mark höher sein, als im Wirtschaftsplan veranschlagt. Insgesamt dürfte die Bahn mehr als 3 Milliarden aus der Bundeskasse beanspruchen und damit den Voranschlag der mittelfristigen Finanzplanung schon in diesem Jahr erheblich überschreiten.

Ursache für diese besorgniserregende Entwicklung ist vor allem der Konjunkturrückgang, der sich im Transportaufkommen der Bahn schmerzlich bemerkbar macht. Die Rezession enthüllt schonungslos die verkehrspolitischen Fehler der Ära Seebohm. Der Steuerzahler muß einspringen, weil in der Vergangenheit versäumt wurde, die Bahn wettbewerbsfähig zu machen. Heute ist das größte deutsche Unternehmen eine der schwersten Hypotheken des Bundeshaushalts.

Nur ein neuer verkehrspolitischer Kurs wird dies ändern können. Die Öffentlichkeit wartet deshalb gespannt auf das Programm Georg Lebers, das in Kürze vorgelegt werden soll. Im Vordergrund sollte ein großzügiger Investitionsplan stehen, denn nur durch weitgehende Rationalisierung ist es möglich, die Personalkosten zu senken, die heute immer noch zwei Drittel der Gesamtkosten des Unternehmens ausmachen.

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