Wer gewaltsam schnell über große Strecken dahinrast, kommt kaum schneller voran. Der Vorsprung eines Autofahrers, der das Letzte aus dem Motor herausholt, gegenüber einem Fahrer mit zügiger Reisegeschwindigkeit ist lächerlich und lohnt nicht die Strapaze und den Materialverschleiß. Dies ergab eine vergleichende Testfahrt von Hamburg nach Rimini. Der Fahrtschreiberfabrikant Kienzle und die Reifenfirma Uniroyal Englebert schickten zwei Mittelklassewagen auf die große Strecke. Der eine Fahrer sollte mit Vollgas losjagen, der zweite bei vernünftigem Tempo im Verkehr mittreiben. Der schnelle Mann wurde nur dreizehnmal überholt – davon elfmal in Ortschaften mit der Geschwindigkeitsbegrenzung 50. Er fuhr die 1500 Kilometer von der Waterkant an die Adria in 20 Stunden und zwölf Minuten. Durchschnittsgeschwindigkeit: 73,8 Stundenkilometer. Der vernünftige Mann brauchte 20 Stunden und 43 Minuten. Durchschnittsgeschwindigkeit: 71,6 Stundenkilometer. Die Differenz von 31 Minuten und 2,2 Stundenkilometer im Durchschnitt kostete denganz schnellen Fahrer zusätzlich 1359 Überholungsmanöver, 682 Bremsungen, fünf Notbremsungen und 40 Liter Benzin. Übrigens: Am 22. Juli beginnen die Ferien in Baden-Württemberg und in Bayern, am 27. Juli in Nordrhein-Westfalen. W B