Die Bundesregierung beabsichtigt wieder einmal, einige statistische Unterlagen nach einer Methode zu erlangen, die schon vor zweitausend Jahren im Heiligen Land und anderswo üblich war: Es wird ein Gesetz erlassen, „daß alle Welt geschätzt werde“. Im Handwerk sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe stehen solche Zählungen bevor. Sie kosten Millionen, manchmal sogar viele Millionen Mark. Allerdings entstehen die Kosten den Ländern, die solche Zählungen durchführen müssen. Obgleich die Ergebnisse manchmal erst vorliegen, wenn sie längst überholt sind, hält Bonn an dieser althergebrachten Methode fest.

Vom „Mikrozensus“, dem Weg, über Repräsentativ-Erhebungen schnell und zuverlässig statistische Unterlagen für ihre Entscheidungen zu bekommen, hält die Bundesregierung offenbar sehr wenig. Dabei ist dieser Mikrozensus in Wirtschaft und Verwaltung fast immer ausreichend für die Gewinnung aller gewünschten Unterlagen, wird die Methode nur richtig angewendet.

Die Länder kritisieren jedesmal, wenn sie mit einem neuen „Zähl-Gesetz“ alter Art finanziell belastet werden, aber schließlich trauen sie.sich doch nicht, das Gesetz einfach abzulehnen. So wird die Bundesrepublik auch weiterhin mit der kostspieligen und oft wertlosen Methode des Makrozensus regiert. Es ist leider nicht das einzig Unmoderne, das die Bundesbürger verordnet bekommen. je.