FÜR Freunde einer möglichst anschaulichen Art, sich die großen Zusammenhänge europäischer Real- und Kulturgeschichte zu vergegenwärtigen –

Robert Haerdter: „Tagebuch Europa – Stätten und Zeiten“; Verlag Kurt Desch, München/Wien/Basel; 612 Seiten, 28,– DM.

ES ENTHÄLT in Form von Originaltexten aus Beschreibungen, Erinnerungen, Briefen, Tagebüchern politischer Akteure, Archäologen, Historiker, Philosophen, Weltreisender, Abenteurer, Künstler und Schriftsteller, verknüpft durch überleitende Erläuterungen des Herausgebers, eine gedankliche Wanderung durch die Hauptschauplätze und Landschaften abendländischer Geschichte. „Von der Akropolis bis Stalingrad“ führt der Weg, den der Leser an Hand von „Dokumenten der Besinnung, der Nachdenklichkeit, des Staunens und des späten Nacherlebens“ durchschreitet. Geschichte wird, auf solche Weise wiederbelebt, zu einer geistigen Erfahrung von weitaus stärkerer Einprägsamkeit, als sie jemals selbst die kurzweiligste darstellende Gelehrtenarbeit bieten kann.

ES GEFÄLLT, weil hier eine erhebliche Masse positiven Wissens so verabfolgt wird, daß Belehrtwerden wahrhaftig Genuß bereitet und nicht nur stoffliche Einzelheiten aneinandergefügt, sondern der Überschau klare Horizonte geöffnet werden. Ein vortreffliches Beispiel populärer Wissensvermittlung ohne Versimpelung. Walter Abendroth