Über den Rationalisierungsverband des Steinkohlenbergbaus sind in den Jahren 1962 bis 1967 Förderkapazitäten von 30 Millionen Tonnen Steinkohle stillgelegt worden.

Davon entfallen 8 Millionen Tonnen auf die sogenannte Vorausaktion; 22 Millionen Tonnen sind nach den Spielregeln des Verbandes stillgelegt worden, der am 1. September 1963 gegründet wurde und am 31. August nächsten Jahres seine Tätigkeit beenden soll.

Durch den Verband wurden 27 Großschachtanlagen stillgelegt.

Von der Geschäftsführung des Rationalisierungsverbandes wird ausdrücklich betont, daß sich alle Zechenstillegungen durchaus im Rahmen einer „volkswirtschaftlich vernünftigen Rangfolge“ bewegt haben. Es ist aber nicht zu übersehen, daß das Ziel dieses Gesetzes nicht die Verringerung der Kohlenförderung, sondern nur ihre Verlagerung auf die besseren Schachtanlagen war. Im Verbandsbericht heißt es: „Die Kapazität ist durch die Stillegungen im Rahmen des Verbandes nicht entscheidend verringert worden.“

Aber auch der angestrebte Erfolg, die Förderkosten beträchtlich zu senken, hat sich nicht eingestellt, weil „die Entwicklung des Steinkohlenabsatzes anders verlaufen ist, als es der wirtschaftspolitischen Zielsetzung bei Errichtung des Verbandes entsprach...“

Der Verband hat bisher 318 Millionen Mark Stillegungsprämien gewährt. Die Hälfte übernahm der Bund.

Für die vom Bund verbürgten Kredite – geplant 1,5 Milliarden Mark – liegen Wünsche von bisher 1,7 Milliarden Mark vor.