__ Schäftsführung des Hauses Bosch, Hans L. Merkle, der Zukunft entgegen. In seinem Hause wurde die Konjunkturabschwächung schon sehr früh vorausgesehen und entsprechend disponiert. Das gilt insbesondere für die Anpassung des Personalbestandes, der seit seinem Höchststand um etwa 9000 Mitarbeiter verringert worden ist. Jetzt besteht keine Veranlassung mehr, die Zahl der Beschäftigten einzuschränken.

1966 verminderte sich die Zahl der Belegschaftsangehörigen im Firmenverband um etwas mehr als 4 5 Prozent, gleichzeitig stieg der Umsatz noch um rund 6 Prozent auf mehr als 3 Milliarden Mark, eine exakte Umsatzangabe wurde auch in diesem Jahr nicht gemacht. Bosch ist als GmbH nicht publizitätspflichtig und zur Vorlage detaillierter Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen vorerst noch nicht gezwungen.

Bei der Entwicklung von Umsatz und Beschäftigtenzahlen ist zu berücksichtigen, daß ein wesentlicher Teil des 1966er Umsatzes nicht aus der Neuproduktion stammte, sondern aus der Auflösung von Vorräten. Dieser Abbau hat wesentlich zur Verflüssigung der Bilanz beigetragen, die eine Qualität zeigt, wie sie nur wenige deutsche Industrieunternehmen heute zu bieten haben. Eigenmittel, lang- und mittelfristig zur Verfügung stehendes Fremdkapital von 906 Millionen Mark überdecken Anlagevermögen, Warenbestände, Kundenforderungen sowie lang- und mittelfristige Forderungen um rund 111 Millionen Mark.

Von dieser Plattform aus sieht sich die Konjunkturentwicklung weniger dramatisch an als für ein Unternehmen mit weniger gesundem Fundament "Wir sind der Meinung, daß über die schon getroffenen wirtschaftspolitischen Entscheidungen hinaus vorderhand keine weiteren Regierungsmaßnahmen erforderlich sind, wir möchten uns vielmehr im wesentlichen auf die in einer Wettbewerbswirtschaft wirkenden Ausgleichskräfte verlassen Das sagt ein Betrieb, der mit mehr als 50 Prozent seines Umsatzes in der Kraftfahrzeugbranche engagiert ist! Merkle empfiehlt, notwendige Investitionen jetzt vorzunehmen, weil sie billiger sind. Bosch wird 1967 für 105 Millionen investieren (1966 waren es 85 Millionen). Es gibt allerdings keine Erweiterungsbauten. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt bei den Ersatzbauten für die an die Stadt Stuttgart verkaufte Anlage.

Im 1. Halbjahr 1967 gab es in der BoschGruppe einen Umsatzrückgang von 2 Prozent; im Inland gab er um 4 5 Prozent nach, im Auslandsgeschäft entstand ein Plus von 4 5 Prozent. Für das 2. Halbjahr wollte Merkle keine Prognose stellen "Aber die Kraftfahrzeugindustrie hat wahrscheinlich ihren Tiefpunkt erreicht", meinte er. K. W.