Bis 1971 will Großbritannien seine Land-, Luft- und Seestreitkräfte um 37 000 Mann verringern und bis Mitte der siebziger Jahre um weitere 38 000 Mann auf 305 000 Soldaten reduzieren. Im gleichen Zeitraum sollen 80 000 Zivilangestellte der Streitkräfte entlassen werden. London hofft, seine jährlichen Verteidigungskosten durch diese Kürzungen unter 22 Milliarden Mark zu halten.

Der Truppenrückzug wird vor allem die britische Präsenz östlich von Suez einschränken (vgl. Karte), wie Verteidigungsminister Healey bei der Vorlage des britischen Weißbuchs über die künftige Verteidigungskonzeption betonte: 1968 wollen sich die Engländer aus Aden und Südarabien zurückziehen. Die Stützpunkte in Singapur und Malaysia sollen bis 1970/71 etwa zur Hälfte, bis Mitte der siebziger Jahre ganz geräumt sein. Dagegen wird die Garnison in Hongkong beibehalten. Im Persischen Golf sollen ebenfalls Truppen bleiben.

Als wichtigste Gründe für die drastische Kürzung des Verteidigungsprogramms nennt das Weißbuch die wirtschaftliche Lage Großbritanniens, „die Evolution der Regierungspolitik gegenüber Europa“, Änderungen der strategischen Konzeption innerhalb der NATO im Nahen und im Fernen Osten und die wachsende Fähigkeit der Länder östlich von Suez, sich selber zu verteidigen.

Großbritannien will freilich auch nach dem Rückzug seine Vertragspflichten erfüllen – mit Flugzeugen, Flottenverbänden und einer strategischen Eingreifreserve, die vom Mutterland aus operieren soll.