Optimismus ist das wirtschaftspolitische Grundrezept der griechischen Militärregierung. Das Regierungsblatt Eleftheros Kosmos meint, die Voraussetzungen zur Lösung der ökonomischen Probleme des Landes seien besser als jemals zuvor. Doch die Wirklichkeit trägt andere Züge.

Für Griechenland brachte das vergangene Jahr gute Fortschritte. Die Industrieproduktion stieg um rund 15 und das nationale Einkommen um 8 Prozent. Für 1967 hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) jedoch ein schlechtes Jahr vorausgesagt.

Der Bericht wurde vor dem Umsturz abgefaßt und ging von einer weiteren Zunahme der Exporte und des Tourismus aus. Aber Export und Tourismus litten unter dem Putsch.

Die Generale jedoch vertrauen auf ihre neue Wirtschaftspolitik: Mit Polizeiverordnungen und Auslandskapital wollen sie die Griechen von der Armut befreien.

Die bisher getroffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen sind:

  • Ein Fünfjahresrahmenplan soll ausgearbeitet werden; angekündigt sind radikale steuerpolitische Maßnahmen und eine Revolution der Agrarpolitik
  • Umtausch von Drachmen in Devisen ist verboten
  • Gleichschaltung der Gewerkschaften; Streiks und höhere sind verboten
  • Preise und Löhne werden durch Polizeiverordnungen festgelegt (Preis- und Lohnstopp)
  • Senkung des Diskontsatzes um ein Prozent auf 4,5 Prozent; verbilligte Kredite zur Förderung von Wohnungsbau und Stadtplanung
  • Förderung ausländischer Investitionen

Die Generale setzen auf die ausländischen Investoren. Bisher sträubte sich Griechenland, Investitionsgenehmigungen an Ausländer zu vergeben. Die Militärregierung hat nun bereits drei große Projekte genehmigt und zahlreiche andere Anträge europäischer und überseeischer Firmen befürwortet.