Das moderne Leben der Königskinder ist nicht frei von Tücken. Sorgen bereitet dem Prinzen Charles, dem Prince of Wales, Kronprinzen des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland, in diesen Tagen sein schlichtes Zivil. Genau genommen, sind es Sorgen des Protokolls; aber Prinz Charles kann da nicht helfen. Er hat keine Uniform und trägt keinen Hermelin. Er weiß nicht, wie er „richtig“ angezogen sein soll, wenn er in diesem Herbst zum ersten Male offiziell an der Parlamentseröffnung teilnimmt.

Der Prinz, nunmehr achtzehn Jahre alt und dem Gesetze nach von diesem Alter an berechtigt, ohne Regentschaftsrat zu regieren, wird wie alle Kronprinzen bislang zur Rechten der Königin, seiner Mutter, sitzen. Prinz Philipp, Herzog von Edinburgh, wird zur Linken der Königin Platz nehmen, während Prinzessin Anne, die auf Wunsch Königin Elizabeths ebenfalls an dem Staatsakt teilnehmen soll, zur Linken ihres Vaters placiert wird. Aber nicht so sehr die Sitzordnung auf dem „Olymp“ des House of Lords macht den Verantwortlichen Sorgen, sondern eben die Garderobe des jungen Prinzen.

In der Tat wirft die Frage Probleme auf, die es früher nicht für den Protokollchef gab. Prinz Charles darf nicht in der Robe der Peers des Reiches mit dem Hermelinkragen erscheinen, da er erst mit einundzwanzig Jahren zum Mitglied des Oberhauses berufen werden kann. Auch wird er sich nicht behelfen können, wie so häufig Kronprinzen in der Vergangenheit der englischen Monarchie, mit der Galauniform einer der drei Streitkräfte, weil er bislang keinen militärischen Rang innehat. Der Prinz hat nämlich gerade erst sein Internat Gordonstoun verlassen und wird ab Herbst in Cambridge studieren. (Was also soll der Student Charles tragen? Welcher Anzug ist bei seiner Stellung als Repräsentant der Krone würdig?

Witzbolde mögen hoffen, daß Prinz Charles in einer Art Pop-Kostümierung auftrete; aber die Angelegenheit ist dem Hofmarschall sehr viel ernster, und er ist bei des Kronprinzen Start ins staatspolitische Zeremoniell wahrlich nicht zu Scherzen aufgelegt. Der Prinz wird sich wohl oder übel mit einem Cut oder, etwas gewagter, mit einem Frack begnügen müssen. Christine Brinck