Über das Leben der nordamerikanischen Grizzlybären war lange Zeit wenig bekannt. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Eine Forschergruppe im Yellowstone-Park hat Methoden entwickelt, mit denen sie das Verhalten der unberechenbaren Tiere gefahrlos studieren kann.

Die Bären werden mit Pfeilen beschossen, die ein Betäubungsmittel enthalten. Den narkotisierten Tieren legen die Forscher einen Kragen um, der ein Funkgerät und eine Batterie enthält. In dem mit Empfängern und einer Richtantenne ausgestatteten Forschungszentrum sind sie so jederzeit über den Standort aller Radio-Bären orientiert und können sie von geeigneten Stellen aus beobachten.

Bei den Forschungen stellte sich unter anderem heraus, daß der Grizzly keineswegs, wie angenommen worden war, einsam lebt, sondern recht gesellig ist. Das durchschnittliche Lebensalter beträgt nur fünf bis sechs Jahre. Ihren sechs Monate langen Winterschlaf verbringen die Tiere nur in selbst gegrabenen Höhlen in 2000 bis 3000 Meter Höhe.

Neuerdings enthält das Halsband auch ein Temperaturmeßgerät, das Aufschluß darüber gibt, ob der Bär in der Sonne wandert oder in einer kühlen Höhle ruht. Geplant ist ferner, die Herztätigkeit der Bären aus der Ferne zu messen. V. D.