In einer ausgewogenen außenpolitischen Grundsatzerklärung vor der rumänischen Nationalversammlung vermied Parteichef Ceausescu jegliche Ketzerei gegenüber Moskau.

Er bezeichnete das Bündnis mit den sozialistischen Ländern als ein „zentrales Element“ seiner Politik. Ceausescu: „Was die sozialistischen Länder eint, ist unvergleichlich wichtiger als die Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen.“

Andererseits betonte der Parteichef die „zukunftsträchtige Friedensrolle“, die Rumänien übernehmen müsse. Die Weltprobleme seien „nicht mehr allein Sache der Großmächte“.

Die Beziehungen zur Bundesrepublik sah Ceausescu im Rahmen einer künftigen europäischen Friedensordnung, über die er sich optimistisch äußerte. Er forderte „in erster Linie die Anerkennung der Existenz zweier deutscher Staaten“. Normale Beziehungen müßten freilich zu beiden aufgenommen werden, so daß „beide deutschen Staaten aktiv in dem politischen Verband Europas und an den Bemühungen um eine Festigung des Friedens und der Sicherheit... teilnehmen können“.

In der Nonproliferationsfrage nahm Ceausescu einen Standpunkt ein, den auch die Bundesregierung teilt. Ein Atomsperrvertrag könne nur eine von mehreren Abrüstungsmaßnahmen sein. Die kernwaffenfreien Länder dürften an der friedlichen Nutzung der Atomenergie nicht gehindert werden und müßten von den Atommächten Sicherheitsgarantien erhalten.