Der Sarg, in dem viele Reeder, Firmen der Seehafenwirtschaft aber auch Hafenverwaltungen manche ihrer Hoffnungen begraben müssen, mißt vierzig Fuß in der Länge und jeweils acht Fuß in der Breite und Höhe.

Er kann mit einem Kran in vier Minuten von einem Eisenbahnwaggon auf ein Schiff verfrachtet oder in der gleichen Zeit vom Schiff auf einen Sattelschlepper gestellt werden.

Es ist eine Kiste aus Stahlblech mit dem schlichten Namen Container, was auf deutsch „Behälter“ heißt.

Die Einführung dieser Metallkästen für den Im- und Export setzte eine Revolution in Gang, die das traditionelle Bild auf den Häuptlingen des Weltseeverkehrs radikal verändern wird.

Noch am 8. Juni dieses Jahres erklärte Dr. Becker, Vorstandsmitglied der Hamburg-Amerika Linie, vor der Landespressekonferenz Hamburg: „Wann der richtige Moment kommt, daß die Hapag in das Container-Geschäft einsteigt, weiß der liebe Gott.“ Nur gut vier Wochen später wurde bekannt, daß die Hamburger zusammen mit dem Bremer Norddeutschen Lloyd Container-Spezialschiffe bauen lassen – „zähneknirschend“, wie es heißt.

Necker interpretiert seine Äußerung nun, daß damit nur der Termin für eine übernationale Zusammenarbeit der Reeder gemeint war, beispielsweise also für die Arbeitsteilung zwischen britischen und deutschen Reedereien im Austraien- oder USA-Verkehr.

Das Vertrauen auf ein Zeichen des Himmels, von dem Necker sprach, war in Wahrheit ein kühl kalkuliertes Vabanquespiel der beiden deutchen Großreedereien, Hamburg-Amerika Linie und Norddeutscher Lloyd. Monatelang mußten sich Hapag und Lloyd immer wieder vorwerfen lassen, sie verschliefen die neue Entwicklung und würden den Anschluß verlieren.