Die deutsche Unilever-Gruppe hat 1966 ein gutes Jahr hinter sich bringen können. Der konsolidierte Nettogewinn ist auf 106 (82) Millionen Mark gestiegen; prozentual stärker als der Umsatz, was nicht heißen soll, daß die Geschäftsführung keine Sorgen hatte. In der Hauptsache dürften sie im Bereich der Waschmittel, Seifen und Körperpflegemittel zu suchen sein, wo der Umsatz auf 421,3 (428,4) Millionen Mark abnahm.

Hier wird der scharfe Wettbewerb in Zahlen sichtbar. Nach den sich häufenden Preisunterbietungen, häuptsächlich bei den Grobwaschmitteln, hat das Bundeskartellamt im vergangenen Jahr die Preisbindung aufgehoben. Im Geschäftsbericht finden sich einige Angaben über die Entwicklung der Marken. Danach wurde bei OMO das Umsatzvolumen gehalten. Sunil wurde neu herausgebracht; der bis dahin rückläufige Trend konnte aufgefangen werden. Das galt bis Ende des Jahres jedoch nicht für Skip. Als befriedigend bezeichnete die Verwaltung die Ergebnisse auf dem Feinwaschmittelsektor. Korall wurde mehr umgesetzt.

Wenn man bedenkt, daß Waschmittel und Seifen nur 9 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, dann wird deutlich, daß die Zustände auf dem Waschmittelmarkt für die deutsche Unilever-Gruppe niemals bedrohlich werden können. Der Investitionsaufwand war im letzten Jahr auf diesem Sektor mit rund 9 Millionen Mark vergleichsweise gering (für die Fischerei wurden 29 Millionen Mark gebraucht). Bei den Waschmitteln wird auch weiterhin kurzgetreten, denn vom Gesamtwert der 1966 eingeplanten Investitionen von 130 Millionen entfallen nur 5,5 Millionen auf „Waschmittel usw.“, nämlich auf den Bau einer Brücke im Werksbereich Mannheim sowie auf Umstellung von Pack- und Transportanlagen. Für Kapazitätserweiterungen bleibt also kaum etwas.

Der Investitionsschwerpunkt liegt jetzt eindeutig bei den „Anderen Lebensmitteln“, wo 54,1 Millionen vorgesehen sind. Sie dürften im wesentlichen wieder auf die Fischerei, aber auch auf den Ausbau des Tiefkühlgeschäfts entfallen, das im Jahre 1966 allerdings nicht alle Erwartungen erfüllt hat. Unilever führt das auf das im zweiten Jahresdrittel besonders reichliche und preisgünstige Frischgemüse-Angebot zurück. Die Entwicklung dieses Jahres wird zeigen, ob nicht auch die veränderte Konjunkturlage mit dem Rückgang der Masseneinkommen eine Rolle gespielt hat. Noch gilt Tiefkühlkost als eine Art Wohlstandskost. K. W.