Von Rudolf Walter Leonhardt

Seit der Bundespräsident dort war, fällt einem zu Kanada nichts mehr ein.

„In diesem Lande sich zu bewegen, ist etwas völlig Neues unserem Lande gegenüber.“ Was ließe sich dem noch hinzufügen? „Das ist so zukunftsträchtig, das ist so reich an Bodenschätzen, das ist so reich an bereitwilligen Arbeitskräften, aber es fehlt ihnen eben an Menschen.“

Freilich: „So ist das also in Kanada nicht sehr leicht, sich zu bewegen und überall alles zu sehen. Aber wer diese Möglichkeiten hat..., hat es eben.“ Goldene Worte.

Hamburgs Sänger, Musiker, Bühnentechniker hatten die Möglichkeit, ein bißchen von Montreal zu sehen und von der expo. Nicht eben viel. Denn die Nächte waren lang und schon durch die allabendlichen Aufführungen anstrengend, die Tage hingegen waren kurz und heiß, die Weltausstellung war dauernd überfüllt, und Montreal ist dieses Jahr gewiß keine Stadt mehr, die sich en passant kennenlernen ließe.

Zum ersten Male nun hat in diesem Jahr die Stadt auch ein Kulturleben von internationalem Rang, bietet sie mehr als die große Rivalin Toronto.

Anläßlich der Weltfestspiele treten oder traten in Montreal auf: das Ballet Roland Petit, die Bolschoi Oper, die Bristol Old Vic Company, das Concertgebouw Orchester, die tschechischen Philharmoniker, das japanische Kabuki-Theater, die Mailänder Scala, der Münchener Badi-Chor mit Orchester, das Britische National theater, das New York City Ballet, die New Yorker Philharmoniker, das Pariser Opern-Ballett, Chor- und Tanzgruppe der Roten Armee, die Königliche Oper Stockholm, das Théâtre de France Renaud-Barrault, die Wiener Staatsoper, die Wiener Philharmoniker, Yehudi Menuhin mit dem Bath Festival Orchester – und noch dreimal so viele andere.