Trotz einer Umsatzsteigerung um 6,4 Prozent, auf 880,7 Millionen Mark mußten die Chemischen Werke Hüls AG, die sich zu 50 Prozent im Besitz der Holding Chemie-Verwaltungs-AG und zu je 25 Prozent von Hibernia und den Farbenfabriken Bayer AG befinden, die Dividende um 3 auf 14 Prozent kürzen. Einer Erhöhung der Gesamtleistung um 68,5 Millionen Mark standen Kostensteigerungen um 74,1 Millionen gegenüber. Ein Fortfall dieser Differenz hätte zwar eine höhere Dividende, nämlich rund 16 Prozent auf das aufgestockte Kapital ermöglicht, aber auch nicht ausgereicht, um die Vorjahresdividende von 17 Prozent aufrechtzuerhalten.

Der Kostendruck resultiert aus vier Faktoren. Die nicht überall ausreichenden Kapazitäten machten Zukäufe notwendig, die den Materialaufwand überproportional steigen ließen. Die Personalkosten nahmen um 11,5 Prozent zu. Hüls mußte ferner erhebliche Anlaufkosten der Tochtergesellschaft Faserwerke Hüls in Höhe von sieben Millionen Mark übernehmen. Schließlich stieg der Zinsaufwand um 4,7 Millionen Mark.

Einen weiteren Rückgang brachten die Preise, die wiederum um durchschnittlich drei Prozent sanken. Seit 1955 ist der Wertumsatz der Chemischen Werke Hüls um 206 Prozent gestiegen, während zur gleichen Zeit der Mengenumsatz auf 272,8 Prozent zunahm. Der Index der Erlöse ist damit in den letzten zwölf Jahren um nicht weniger als 40,7 Prozent gesunken. In der gleichen Zeit stiegen die Personalkosten ohne freiwillige soziale Leistungen auf 363,7 Prozent des Standes von 1955.

Die beiden zurückliegenden Jahre standen zweifellos auch unter dem Druck der außerordentlich hohen Investitionen. Immerhin wurden einschließlich der Beteiligungen 23,4 beziehungsweise 23,7 Prozent des Umsatzes investiert. Im Schnitt der Jahre bis 1969 sollen nunmehr nur noch jährlich etwa 165 Millionen investiert werden, so daß die Investitionsquote auf voraussichtlich 18 Prozent des Umsatzes zurückgehen wird. Trotz der in den kommenden Jahren hohen Abschreibungen aus den Rekordinvestitionen der Jahre 1965 und 1966 dürfte die Dividendenrechnung künftig wegen der geringeren Investitionen freundlicher aussehen. mh.