Vor der Küste Nordvietnams erlitt die amerikanische Marine einen schweren Verlust: Der Flugzeugträger „Forrestal“ (4400 Mann Besatzung, 76 000 Tonnen, Wert: 872 Millionen Mark) wurde im Golf von Tongking von einer Brandkatastrophe verwüstet. Es gab 129 Tote, 97 Verletzte und einen Sachschaden von 3 Milliarden Mark. Von den 12 Vermißten sind wahrscheinlich die meisten verbrannt oder ertrunken.

Das Unglück wurde auf dem Flugdeck vermutlich durch den „hot Start“ einer „Skyhawk“-Maschine ausgelöst: Ihr glühender Auspuffstrahl soll eine Rakete gezündet haben, die unter dem Flügel einer wartenden „Phantom“-Maschine hing. Die Rakete schoß über das Deck in den Tank einer dritten Maschine, die sofort in Flammen aufging.

Innerhalb von Minuten detonierten mehrere schwere Bomben, Raketen und Treibstoffbehälter. 29 der 85 auf dem Träger stationierten Flugzeuge wurden zerstört. Von den zehn Decks der „Forrestal“ wurden sechs beschädigt. Manche Bombentrichter reichten vier Decks tief.

Mit der „Forrestal“, die noch aus eigener Kraft die Philippinen anlaufen konnte und die durch die „Intrepid“ ersetzt wurde, brannte innerhalb von neun Monaten der dritte der in Südostasien operierenden US-Flugzeugträger: Ein Brand auf der „Roosevelt“ (62 000 t) hatte am 4. November vorigen Jahres acht Männern das Leben gekostet. Ein Feuer auf der „Oriskany“ (42 000 t) hatte am 26. Oktober 1966 44 Soldaten den Tod gebracht.

Auch an Land erlitten die amerikanischen Streitkräfte in der letzten Woche wieder schwere Verluste: Marineinfanteristen drangen zum zweitenmal in diesem Jahr in die demilitarisierte Zone (DMZ) zwischen Nord- und Südvietnam ein, um gegnerische Artilleriestellungen auszuheben. Dabei geriet ein Bataillon in einen Hinterhalt. 23 „Ledernacken“ fielen, 119 Soldaten wurden verwundet. Inoffizielle Quellen sprachen sogar von 50 Toten und 350 Verwundeten. Auch aus dem Mekong-Delta wurden schwere Kämpfe gemeldet, an denen 15 000 Mann alliierter Truppen teilnahmen.

Schon jetzt übertreffen die diesjährigen amerikanischen Verluste in Vietnam diejenigen des gesamten Vorjahrs: Bis zum 23. Juli 1967 wurden 5511 Tote (1966: 5008) und 36 187 Verwundete (1966: 30 093) gezählt. Unter dem Eindruck steigender Verluste erklärten sich immer mehr Amerikaner gegen Präsident Johnsons Vietnam-Politik. Im Juli waren es 52 Prozent, wie eine Umfrage ergab (Juli 1966: 35 Prozent).

Trotz der Bombenangriffe auf Nordvietnam lehnen es die USA weiterhin ab, Hanoi formell den Krieg zu erklären. Außenminister Rusk widersetzte sich einer entsprechenden Anregung des ehemaligen Präsidenten Eisenhower mit den Worten: „Das Ziel der Vereinigten Staaten ist nicht die Zerstörung Nordvietnams, sondern die Beendigung der bewaffneten Aggression (aus dem Norden).“