Von Roman Armin Buresch

Im Jahr des Herrn 1962 verwirklichten einige phantasiebegabte Leute des belgischen Kurorts Heist eine bemerkenswerte Idee. Sie veranstalteten eine Karikaturausstellung und stellten den Erlös dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, kurz UNICEF genannt, zur Verfügung.

Die Ausstellung, die sich Eerste Salon van de Humor nannte, beschränkte sich zunächst auf flämische Künstler, wurde aber bereits ein Jahr darauf für alle belgischen Karikaturisten geöffnet.

Ab 1964 schon wurde das Bestreben der Organisatoren sichtbar, die Ausstellung zu internationalisieren. Es wurden Einladungen in alle Welt verschickt, und die Bemühungen schienen zunächst von Erfolg gekrönt.

Angesichts dieser Entwicklung beeilten sich die Veranstalter, einen schlagkräftigeren Namen für ihre Ausstellung zu suchen; sie fanden ihn in der Formulierung Internationale Cartoonale.

Aus ursprünglich zehn Nationen im Jahre 1964 sind inzwischen sechzehn geworden; die Zahl der mitwirkenden Künstler, die 1964 genau zweiundsechzig betrug, ist auf fünfundachtzig gestiegen. Und die Organisatoren haben in einem Anfall von Größenwahn ihre Ausstellung noch einmal umgetauft und ihr den pompösen Titel Weltcartoonale gegeben.

Mit dieser Titulierung aber tritt die Ausstellung in das Licht der Weltöffentlichkeit und muß es sich gefallen lassen, mit Weltmaßstäben gemessen zu werden.