Erster Widerstand gegen die „Fremdherrschaft“ zeigte sich in den von Israel besetzten arabischen Gebieten. Vier prominente Jordanier wurden in der Altstadt von Jerusalem wegen aufwieglerischer Reden festgenommen und unter Hausarrest gestellt – darunter der jordanische Gouverneur von Jerusalem, Anwar Khatib.

Die vier Männer gehörten zu einer Gruppe von 25 Moslems, die vorige Woche in der El-Asqua-Moschee eine Resolution unterzeichnet hatten, in der jede Zusammenarbeit mit den israelischen Behörden abgelehnt wurde.

Am Wochenende stellten sich auch die Vertreter von fünf jordanischen Gewerkschaften hinter diese Resolution. Die arabische Handelskammer in Jerusalem rief zu einem Steuerstreik auf. In Nablus (Westjordanien) sind angeblich Flugblätter einer „arabischen Widerstandsbewegung“ verteilt worden. In Kairo verkündete das Regierungsorgan „Al Ahram“, „ein Befreiungskrieg ist die einzige Hoffnung unseres Volkes“.

Dagegen forderte der israelische Außenminister Eban die Araber in einer Erklärung vor der Knesseth auf, „im gemeinsamen Interesse beider Parteien“ direkten Friedensverhandlungen zuzustimmen. Eban bekräftigte den israelischen Standpunkt, daß die Demarkationslinie gegenüber Ägypten auf der Mitte des Suezkanals verlaufe. Der Wasserweg müsse allen Nationen offenstehen.

Kairo indessen beharrt auf einer Blockade des Kanals. Die „International Herald Tribune“ berichtete aus Moskau, daß der Kreml sich um eine Änderung der ägyptischen Haltung bemühe. Vor dem Ausbruch des Nahostkrieges hätten jährlich 1500 bis 1800 sowjetische Schiffe den Suezkanal passiert, die jetzt einen kostspieligen Umweg über das Kap der Guten Hoffnung nehmen müßten. Noch teurer kommt Ägypten selbst die Kanalsperre zu stehen: Es verliert täglich 2,2 Millionen Mark an Kanalgebühren.