Was der Vollversammlung der Vereinten Nationen nicht glücken wollte, gelang auch nicht den arabischen Staaten: Ihre Außenminister konnten sich in Khartum/Sudan nicht darauf einigen, wie „die Folgen der israelischen Aggression“ zu beseitigen seien.

Diese Unschlüssigkeit hat eine Kette weiterer Konferenzen zur Folge:

  • Am 15. August treffen sich in Bagdad die Wirtschafts-, Finanz- und Erdölminister, um über die Fortsetzung des ölembargos gegen die USA, Großbritannien und die Bundesrepublik zu beraten;
  • am 26. August werden die Außenminister noch einmal in der sudanesischen Hauptstadt tagen;
  • am 29. August sollen, so heißt es, die Präsidenten und Könige der 13 arabischen Staaten ebenfalls in Khartum zusammentreffen.

Fortsetzung des Krieges gegen Israel, Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu den USA, zu Großbritannien und zur Bundesrepublik, Anerkennung der DDR – mit diesem Konferenzpiogramm war Achmed Schukeiri, der Chef der Palästina-Befreiungsorganisation, nach Khartum gereist. Der Irak setzte sich für ein dreimonatiges Ölembargo gegenüber Westeuropa und den USA ein. Doch vermochte sich die Mehrheit der arabischen Außenminister nicht für diese radikalen Forderungen zu erwärmen.

Auch aus Kairo waren gemäßigte Töne zu hören. Hasseinan Heikal, ein persönlicher Freund Nassers, setzte sich in seiner Zeitung „Al Achram“ für diplomatische Beziehungen zu den USA ein.

Das Blatt zitierte einen Brief Präsident Johnsons an einen ungenannten arabischen Führer, in dem es angeblich heißt: „Sie wissen, daß sich die israelischen Truppen aus den jetzt besetzten Stellungen zurückziehen werden. Ich gebe Ihnen mein Wort darauf und verspreche es. Aber die Behandlung der Angelegenheit erfordert Geduld, die beiderseitig von Nutzen sein kann.“

Fast gleichzeitig verwahrte sich das sowjetische KP-Organ „Prawda“ gegen den „chauvinistischen Nationalismus einiger arabischer Politiker“, und tadelte „ihre unbesonnenen Reden und Pläne zur Vernichtung des Staates Israel“.