Von Josef Müller-Marein

Der neue "Spiegel" (Nr. 33 vom 7. August) schildert unter dem Titel "Aus dem süßen Leben" eine Geschichte vom "Springer-Fernsehen" – eine, wie es zuerst schien, ganz unglaubliche "Story".

Die Story war schlecht dargeboten. Sie war nicht geradeaus erzählt, sondern eher kreuz und quer. Sieben "Spiegel"-Seiten und noch eine halbe dazu; Photos, Faksimiles der Dokumente inbegriffen. Ergebnis?

Nun ja: Wenn es Skandale in unserer Republik gibt, die uns die Augen öffnen sollten, so liegt hier vielleicht ein solcher vor: ein Skandal.

Die Story hat folgenden Anlaß: Axel Springer, Inhaber einer der größten Zeitungs-Verlage, die es in Europa gibt, fürchtet für die Existenz der bundesdeutschen Presse. Die Zeitungen leben in gewisser Abhängigkeit von der Industrie insoweit, als sie Inserate der industriellen Unternehmen brauchen. Die Unternehmen aber "inserieren" mehr und mehr im Fernsehen.

Was tun?

Eine von Springer, doch nicht allein von ihm, angestrebte Lösung zielt darauf, zu den beiden vorhandenen Fernseh-Anstalten eine neue zu schaffen, die den Verlegern gehören sollte. So könnten – um es ganz einfach zu sagen – TV-Werbe-Gewinne auf die Zeitungen übertragen werden. Und nun zur "Story" selbst. Zwei alerte Herren hatten sie dem "Spiegel" erzählt.