Sehr sehenswert:

„Blow Up.“ Von Michelangelo Antonioni. Ein Italiener in London. Was den Helden früherer Antonioni-Filme schmerzlich bewußt wurde: „das Versagen des modernen Menschen gegenüber den Ansprüchen des Du“, ist hier scheinbar ins Positive gewendet – das „Du“ stellt keine Ansprüche mehr. In Zuständen bewußtloser Faszination, in Trance, im Rausch, ist das „Ich“ sich selbst genug. Die Farbigkeit, das Angestrichene, das in „Rote Wüste“ das gestörte Weltverhältnis einer Kranken signalisierte, wird hier zum Zeichen einer allgemeinen Pathologie.

„Der Krieg ist vorbei.“ Von Alain Resnais. Ein Spanier in Paris. Altern als Problem für Revolutionäre. Resnais’ Film stellt den Kampf dar zwischen historischer und periodischer Zeit, in dem es darum geht, eine Idee zu realisieren, sie lebendig zu halten gegen den Verschleiß durch Zeit, gegen die Erstarrung in Routine. Er zeigt, wie Handlungen zu Gesten, Parolen zu Beschwörungen werden, wie Revolution zum Theater wird.

Sehenswert:

„Los, laß uns doch mal verrückt spielen!“ Von Jan Halldoff. Eine junge Frau erfährt die Faszination eines ungebundenen Lebens, entgleitet ihrem bürgerlichen „Aufgabenbereich“ und beginnt, sich frei zu fühlen. Aber der Ausbruchversuch führt nur in neue Zwänge. Ein junger Film aus Schweden, dessen trügerische Leichtigkeit ein Aspekt des Themas ist: Sie ließ nicht nur die deutschen Titelmacher in die Irre gehen.

„Die Hörige.“ Von Alf Sjöberg. Eine Fundgrube für Ingmar-Bergman-Exegeten – der damals (1944) Sechsundzwanzigjährige schrieb das Drehbuch, sein erstes. Es verrät den Einfluß des deutschen Expressionismus, den auch die Inszenierung auf ebenso anachronistische wie konsequente Weise wiederauferstehen läßt.

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