Die Versammlung des fünfunddreißigsten Internationalen PEN-Kongresses in Abidjan (Elfenbeinküste) ist bestürzt angesichts der fortgesetzten Fälle von Freiheitsbeschränkungen, denen Schriftsteller durch Regierungen ausgesetzt sind, und gibt ihre ernste Mißbilligung zur Kenntnis.

Der Kongreß appelliert an die griechische Regierung, die Schriftsteller Ritsos, Angeli, Demetriou, Frangapoulus, Glezos und viele andere freizulassen, die ohne Gerichtsverfahren auf den Inseln Yioura und Folegandros gefangengesetzt wurden.

Er verurteilt die Handlungsweise der spanischen Regierung, den Dramatiker Arrabal und andere Schriftsteller einzukerkern.

Er verurteilt die Regierung von Haiti, die den Schriftsteller Jean Stephan Alexis, der 1962 verhaftet wurde und dessen späteres Schicksal ungewiß ist, ins Gefängnis warf.

Er verurteilt die Einkerkerung des französischen Schriftstellers Regis Debray durch die bolivianische Regierung und der Schriftsteller Ha Kien, Vu Hanh, Nguyen Si Hang und Thu Han durch die südvietnamesische Regierung.

Er verurteilt die Handlungsweise der portugiesischen Regierung, die Mitglieder des aufgelösten portugiesischen Schriftstellerverbandes sowie Schriftsteller in Angola in Gefängnishaft nahm. Der Kongreß bittet ferner die tschechoslowakische Regierung, das Urteil. von fünf Jahren Haft zu überprüfen, das kürzlich gegen Jan Benesch ausgesprochen wurde und gegen das Benesch Berufung eingelegt hat.

Er bittet ferner noch einmal die Regierung der UdSSR, den sowjetischen Schriftstellern Andrej Sinjawskij und Julij Danielj Gnade zu erweisen, indem sie sie ihren Familien zurückgibt.

Der fünfunddreißigste Kongreß bestätigt aufs neue seine uneingeschränkte Unterstützung der PEN-Charta und bringt deren Absatz vier in Erinnerung, der wie folgt lautet: „PEN setzt sich für den Grundsatz der ungehinderten Übermittlung von Gedanken innerhalb jeder Nation und zwischen allen Nationen, ein. Die Mitglieder versprechen, sich jeder Form einer Unterdrückung der Freiheit des Wortes in demjenigen Land oder derjenigen Gemeinschaft zu widersetzen, der sie angehören. PEN erklärt sich für eine freie Presse und widersetzt sich willkürlicher Zensur in Friedenszeiten. Er glaubt, daß das notwendige Voranschreitenden Welt in Richtung auf eine höher organisierte politische und wirtschaftliche Ordnung eine freie Kritik an Regierungen, Verwaltungen und Institutionen dringend erforderlich macht. Da aber Freiheit eine freiwillige Zurückhaltung voraussetzt, versprechen die Mitglieder, sich den Übeln einer freien Presse – wie lügenhaften Veröffentlichungen, vorsätzlicher Verfälschung und einer Entstellung von Tatsachen aus politischen und persönlichen Motiven – zu widersetzen.“