Mit einem Volumen von 849,7 Millionen Mark war die Bundesrepublik für die Tschechoslowakei im vergangenen Jahr der wichtigste Handelspartner der westlichen Welt. Umgekehrt rangierte der einzige kommunistische Staat, mit dem die Bundesrepublik eine gemeinsame Grenze hat, bei den deutschen Ost-Ausfuhren an dritter Stelle hinter Rumänien und der Sowjetunion, bei den Einfuhren an der gleichen Stelle hinter der Sowjetunion und Polen. Insgesamt entfallen jedoch nur 4,34 Prozent der deutschen Einfuhren und 4,11 Prozent der Ausfuhren auf den Osthandel.

In den letzten vier Jahren hat sich der deutsch-tschechoslowakische Warenaustausch nahezu verdoppelt. Dabei wurde aus dem deutschen Defizit von 25,8 Millionen Mark des Jahres 1963 ein Saide von 156,5 Millionen Mark zugunsten der Bundesrepublik im vergangenen Jahr.

Nach dem Abkommen über die Errichtung einer deutschen Handelsmission in Prag soll das im Handelsvertrag vorgesehene Austauschvolumen um 200 Millionen Mark aufgestockt werden. Außerdem sollen rund 60 Prozent der deutschen Einfuhren aus der Tschechoslowakei liberalisiert werden, das heißt, daß jede mengenmäßige Beschränkung fortfällt. Deutsche Ausfuhren sollen künftig in die Hermes-Versicherungen einbezogen werden. Auf Grund dieser, Erleichterungen erwartet man eine Erhöhung des deutsch-tschechoslowakischen Warenaustausches auf jährlich mindestens eine Milliarde Mark. mh.