Auch das Versicherungsgeschäft verläuft prozyklisch. Bei der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, die in der Rangliste der deutschen Sachversicherer nach der „Allianz“ den zweiten Platz einnimmt, stiegen die Prämien im direkt abgeschlossenen Geschäft 1966 nur noch um gut 9 Prozent. Im Jahr zuvor hatte die Gesellschaft, die überdurchschnittlich stark im industriellen und gewerblichen Geschäft engagiert ist, noch einen Prämienzuwachs von mehr als 13 Prozent verbucht. Die Prämieneinnahmen des Jahres 1966 im Betrag von 363 Millionen Mark verteilten sich auf 1,4 Millionen Risiken.

Von der gesamten Prämieneinnahme kommen 29 Prozent von den Kfz-Sparten; die Sachbranden (Feuer- und andere) haben einen Anteil von 29 Prozent, das Unfall- und Haftpflichtgeschäft ist mit 17 Prozent beteiligt. Der Rest entfällt auf die Transport- und Einheitsversicherung.

Die Branchenrechnung schließt mit einem sichtbar reduzierten Überschuß von 5,5 Millionen Mark; die Gewinnquote stellte sich im technischen Geschäft nur noch auf vier Prozent der Nettoprämie, während es 1965 immerhin roch gut sechs Prozent waren. Rückläufig war der Überschuß im Feuergeschäft; ungünstig ververliefen auch die Transport- und die Kfz-Verscherungen. Bei den Kfz-Sparten sorgten lediglich die Insassen-Unfallversicherung und die Kasko-Versicherungen für einen Überschuß. Die Haftpflicht, im vergangenen Jahr noch eine Quelle des Überschusses, kam dagegen deutlich ins Minus.

Daß der Gesamtgewinn mit 2,8 Millionen Mark noch etwas höher ausfiel, geht vor allem auf das Konto höherer Vermögenserträge sowie verminderter Abschreibungen und Wertberichtigungen. Aus ihren Vermögensanlagen von 211 Millionen Mark holte die Gesellschaft, deren Kapital von 20 Millionen Mark von der Familie Gerling gehalten wird, knapp 11 Millionen Mark an Erträgen heraus. Das Schwergewicht der Vermögensanlagen liegt mit einem Anteil von 49 Prozent bei Wertpapieren. Die Dividende blieb mit 14 Prozent unverändert. hh.