Von Thomas v. Randow

Welches Schulsystem bringt die besten Schülerleistungen hervor? In welcher Weise werden sie von so verschiedenen Faktoren bestimmt wie: Bildungsstand der Eltern, Größe der Schulklassen, Sozialprestige des Lehrers, Beliebtheit von Schule und Lernen unter den Schülern oder Anteil der öffentlichen Ausgaben für das Schulwesen am Bruttosozialprodukt?

Niemand kann gegenwärtig solche Fragen beantworten; doch soll dies einmal möglich werden, dann nämlich, wenn das International Project for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) abgeschlossen ist, eine vergleichende Studie der Erziehungssysteme und Schülerleistungen in verschiedenen Ländern unter Berücksichtigung möglichst vieler sozio-ökonomischer und anderer Daten, die als Einflußgrößen für die Wirksamkeit des Unterrichts in Betracht gezogen werden können.

Dieser Plan wurde vor acht Jahren, bei der UNESCO-Tagung in Hamburg gefaßt, und jetzt liegt das erste Teilergebnis seiner Verwirklichung vor:

International Study of Achievement in Mathematics, Vol. I and II, edited by Torsten Husén, Almquist & Wiksell, Stockholm, Sw. Kr. 97,–.

Der Bericht beschreibt zunächst die vielfältigen Voruntersuchungen, die notwendig waren, um eine sinnvolle Befragung von Schülern und Lehrern und eine einheitliche Mathematikprüfung in acht europäischen Ländern, in den USA, in Japan, Israel und Australien zu veranstalten. Im zweiten Band werden dann die Resultate dieser Aktion und vor. allem ihre statistische Auswertung mitgeteilt.